Ich nenne jetzt MEINE persönlichen und wahrscheinlich auch subjektiven Vorteile von Linux gegenüber Windows:
- Ob Linux sicherer ist als Windows, sei mal dahingestellt. Fakt ist: Es gibt kaum Viren für Linux, und aufgrund der Tatsache, das Linux von Anfang an für mehrere (auch eingeschränkte) Benutzer ausgelegt ist, sind auch die meisten *nix-Programme so ausgerichtet, dass sie sich nur dann Adminrechte erringen (wollen), wenn es wirklich sein muss. Auch wenn MS seit Windows 95c jeden Windows-Programmierer anmahnt, wo welche Dateien und Registryeinträge gefälligst gelagert werden sollen... Windows 9x/ME hat garkeine Rechteverwaltung, dort ist jeder User Administrator; bei WinNT/2k/XP ist zumindest der erste angelegte Benutzer Administrator. Da die Softwareprogrammierer aus irgend einem Grund nie auf MS gehört haben, wollen viele Windowsprogramme aus irgendeinem Grund Aufgaben durchführen, die eigentlich nur für Administratoren gedacht sind. (Bei meiner Arbeitsstelle arbeitet die Buchhalterabteilung mit einem Programm, was ohne Adminrechte Fehlermeldungen am laufenden Band produziert. Wieso braucht ein Buchhalterprogramm Administratorrechte verdammt nochmal? Wohlgemerkt ein Programm, bei dem eine 2007er-Auflage eingespielt wurde...). Dumm nur: Ein Administrator hat vollsten Zugriff auf den PC. Genauso wie Viren, die (vorallem bei Win9x) einfach mal so Systemdateien o.Ä. verändern und vernichten können... Es braucht nur einen Idioten, der einen Mail-Anhang von einem Spammer anklickt, schwupps, schon ist das gesamte Netzwerk im Eimer. Immerhin tut MS nun was aktiv dagegen damit Programme nicht mehr einfach so im Dateisystem rumfuhrwerken können, und hat in Vista das UAC eingebaut.
- Kostenlos: Eine ISO ist schnell heruntergeladen, schnell gebrannt und auch schnell u.a. auf Laptops installiert. Ich habe 2 PCs und einen Laptop, aber nur eine legal erworbene XP-Variante. XP ist bei mir ein reiner Gameloader, fürs Arbeiten nehme ich überall Abiword oder OpenOffice mit. Durch die Tatsache, dass ich 80% der Features von Microsoft Office nicht brauche, spare ich mir ein paar hundert Euro...
- Für Grundbedürfnisse ist es in den allermeisten Distros mehr als gedeckt: Im Internet surfen, DVDs gucken und ab und zu ein kleines Spielchen der Marke "Solitär" - bei mir kommt noch Programmieren hinzu - langt eine Linux-Distri vollkommen.
- Auch wenn es manche gar nicht glauben mögen: Bei einem handelsüblichen Desktop-PC ist die Hardwareerkennung extrem gut, meiner Meinung nach Windows teilweise deutlich überlegen. In der Regel muss man nur die entsprechende Distri installieren (was - je nach Distri - nicht viel schwerer ist als Windows zu installieren) und die Hardware wird fix und fertig erkannt. Dazu gehört auch Hardware, die teilweise Windows ohne Treiber (trotz Windows-Update) nichtmal erkennen würde.
Die Zeiten sind schon lange vorbei, wo man bei der Installation Mainboard und Grafikkarte noch selbst auswählen musste. Der Anwender klickt, und es funktioniert! - Ich beziehe mich jetzt auf die APT-GET-Funktion: Dieses Ding verwaltet zentral alle Updates von allen Programmen, die man in Linux installiert bzw. dort installiert werden kann. Und das ist etwas, was mir sehr gut gefällt: Mit einem Mausklick auf einem Icon in der Kontrollleiste werden alle Updates aller Programme installiert und geupdated. Sowas würde Windows auch extrem gut tun, anstatt hier ein Update für AutoCAD herunterladen, da ein Upgrade für die Buchverwaltungssoftware, dort ein Fix für dieses Spiel... Die man sich auch noch selber zusammensuchen (und überhaupt sicherstellen, ob Updates vorhanden sind) muss.
- Es GIBT Software, die denen von Windows definitiv überlegen sind. Ich meine jetzt nicht OpenOffice (gegen den Funktionsumfang von MS Office ist wirklich nur schwer voranzukommen, nicht umsonst war die Funktionalität von MS Access lange Zeit unerreicht). Beispiele für gute Programme, die es unter Windows (leider) nicht gibt, wären Evolution und Kontact (beide Outlook-Klone, allerdings mit teilweise mehr Funktionsumfang), Listen Music Player (wer den schonmal hatte, will nie wieder auf Winamp wechseln) und k3b (ein Programm, was Nero locker in den Schatten stellt).
- Ob Linux absturzsicher(er) wie Windows ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber auch: Unter Linux hat man - entsprechendes Know-How vorausgesetzt, die sowieso nur Supportmitarbeiter benötigen
- extrem viele Diagnose- und Problembehebungsmöglichkeiten parat, sodass man ein nicht startendes Linux vergleichsweise einfach wieder lauffähig kriegen kann. Unter Windows ist das lange nicht so einfach: Wurde eine wichtige Systemdatei (z. B. Winlogon.exe) von einem Virus überfallen oder gelöscht? Pech gehabt, da hilft nur eine Reparaturinstallation (die ja alle möglichen Einstellungen wieder verwirft, die man sich mühsam zusammengerichtet hatte). - Wer auf "Klickbunti" steht: Compiz Fusion (bzw. früher Beryl) kommt lange nicht an die grafischen Effekte ran, die Windows Vista bietet
(Hier ein Video von YouTube, was damals Beryl leistete) - Wenn man als Administrator das Know-How hat, kann man Linux wunderbar für andere Benutzer administrieren. Ich habe beispielsweise ein Konto für meinen kleineren Bruder, der nur OpenOffice, Firefox, Listen Player und VLC benutzen darf, diese dafür allerdings mit vollem Funktionsumfang. Der Rest ist für ihn tabu; will er irgendein fremdes Programm starten, muss er mich um Erlaubnis bitten. Unter Windows hingegen kann man das nur mit den teureren Professional-Ausgaben machen (und auch da nur lückenhaft meiner Erfahrung nach: Ich habe bis jetzt keine Möglichkeit gefunden, eine Art Whitelist für Programme anlegen zu können, nur eine Blacklist; es sei denn, man verbietet Massenspeicher und Downloads generell für den eingeschränkten User, aber das kanns ja auch nicht sein. Ich lass mich aber gerne aufklären, falls ich die entsprechende Funktion unter Windows nur übersehen habe und bin dann dankbar dafür^^.)
- Das Thema mit der Frickelei ist so eine Sache. Auch wenn sich die Hardwareerkennung seit den letzten Jahren massiv verbessert hat, ein paar Geräte fordern leider immer noch Frickelei (ATI-Grafikkarten, Lexmark-Geräte...). Gibt es vom Hersteller keinen Support und hat auch die Community keine Treiber geschrieben, schaut man meist in die Röhre; wenn man Linux-Only-User ist, muss man beim Hardwarekauf die Augen aufhalten und aufpassen, dass man sich Geräte kauft, die auch unter Linux ihren Dienst verrichten. (Ich kriege bei meinem Lexmark-Multifunktionsgerät beispielsweise nur den Drucker zum Laufen, weder Scannen, noch Kopieren oder Faxen funktioniert, dank fehlender Treiber vom Hersteller...)
- Was mich wirklich aufregt, sind diese ach so tollen DRM-Geschichten. Dank diesem Mist werden seit Neuestem Betriebssysteme ausgesperrt, um Raubkopien zu verhindern. Dabei bietet auch Linux ein DRM-Verfahren an, nur war MS leider schneller und die Hersteller bauen DRM-Schutz so ein, dass sie nur unter Windows abspielbar ist. (Beispiel beim Film "Silent Hill", das Ding kriegt man wegen einem Kopierschutz unter Linux garnicht erst zum Laufen. Nicht, weil es technisch nicht möglich wäre, sondern weil dort ein Kopierschutz haust, der unter Windows den Film einwandfrei abspielen kann...). Oder bei WMV-Videos mit DRM-Schutz, der abermals nur auf Windows greift...
Obwohl es für die Hersteller kaum mehr als ein paar wenige Handgriffe wären, so ein System auch für Linux zur Verfügung zu stellen (ohne den Kopierschutzmechanismus außer Kraft setzen zu müssen), tun es die Hersteller nicht, scheinbar aus wirtschaftlichen Gründen. Da wird man fast zu Windows gezwungen 
- Das Thema PC-Spiele wurde ja schon oft angesprochen; trotz WINE und Cedega kriegt man unter Linux nie die Masse der Spiele mit ausgeglichener Performance zum Laufen, wie es unter Windows der Fall ist. Für kleinere Spiele der Marke "Karten legen" oder alte Spiele (DOS-Spiele mit DosBox, Adventures mit ScummVM) ist es zwar noch geeignet dank der entsprechenden Emulatoren, moderne Spiele hingegen kann man mangels Herstellerunterstützung meist vergessen (ID-Software war/ist bis jetzt einer der wenigen Hersteller, die auch für Linux Spiele herstellen; Doom3 läuft bei mir unter Gentoo sogar wesentlich flüssiger als unter XP).
- Meiner Meinung nach der gravierendste Nachteil für Linux: Bei Windows kann man problemlos ein bisschen suchen, experimentieren und herumklicken; irgendwann findet man IMMER, wohin man hinmöchte. Bei Linux hingegen ist man aufgeschmissen, wenn es für ein bestimmtes Programm keine GUI gibt (und man sich verständlicherweise nicht durch 20 Seiten Dokumentation durchschlagen will, um nur ein bestimmtes Problem zu lösen). Man braucht allerdings mittlerweile auch nur noch Google & Co. anwerfen und eingeben, was man haben will, schon hat man in den ersten 3-4 Ergebnissen die Lösung gefunden.
- Durch lizenzrechtliche Schwierigkeiten können die meisten kostenlosen Linux-Distris weder MP3s noch kopiergeschützte DVDs oder "Windows-Formate" (WMV, WMA) von Haus aus abspielen, die man allerdings mit entsprechendem Know-How (oder aus einer sehr leicht verständlichen, deutschsprachigen Anleitung im Internet, siehe vorigen Punkt) problemlos nachrüsten kann.
Ansonsten will ich kein Fazit festlegen. Bei mir sinds hauptsächlich die Kostengründe und die Tatsache, das ich einerseits Spiele nur an Konsolen spiele, andererseits (noch?) keine Probleme mit Viren haben werde...
Dieser Beitrag wurde von Astorek bearbeitet: 27. August 2007 - 21:31

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