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Opel Krise Und Staatshilfen Eure Meinung

Umfrage: Opel Krise und Staatshilfen (31 Mitglieder haben abgestimmt)

Wenn Ihr als Bundeswirtschaftminister entscheiden dürftet, welche Lösung der Opelkrise würdet Ihr wählen?

Du kannst das Ergebnis dieser Umfrage nicht sehen, bevor du nicht selbst abgestimmt hast. Bitte melde dich an und gib deine Stimme ab um das Ergebnis zu sehen.

Was haltet ihr davon, dass der Staat mit Steuergeldern Opel hilft (Mehrfachnennungen sind möglich)

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Trifft es zu, das es finaziellen Staatshilfen in erster Linie um Arbeitsplätze geht

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Abstimmen Gäste können nicht abstimmen


#1 Mitglied ist offline   Computer 

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  geschrieben 29. Mai 2009 - 17:44

So mal wieder eine neue Umfrage in der Diskussionsecke. Hier soll über die Opel Krise, deren Ursachen sowie über das für und wider von Staatshilfen diskutiert werden. Vielleicht fällt jemandem dazu auch noch andere interessante Aspekte ein über den man auch diskutieren könnte.

Meine persönliche Meinung ist, dass man Opel nicht helfen sollte und dieses Unternehmen in die geordnete Insolvenz gehen lassen sollte. Das Unternehmen hat aus meiner Sicht seine derzeiige wirtschaftliche Misere sehenden Auges selber herbeigeführt. Als Ursache sehe ich unternehmerische Fehelentscheidungen am laufenden Band und zwar sowohl von Opel als auch vom Mutterkonzern. Der Staat sollte sich hier raushalten. Denn er müßte dann jeder notleidenten Firma und nicht nur Opel helfen und des kann er objektiv nicht. Als Beispiel will ich die Holzmannpleite anführen, da hat man mit Steuermilliarden vergeblich versucht eine marode und nicht mehr zu rettende Firma zu halten.

Außerdem bezahlen wir alle die Rettung maroder Unternehmen mit unseren Steuergeldern. Und da steht wegen der bereits geleisteten Hilfen kräftige Steuererhöhungen zur Bezahlung der stark gestiegenen Staatsschulden und den massiven Abbau sozialer Leistungen an, über die wir natürlich erst nach der Bundestagswahl erfahren werden.

Außerdem bin ich der Meinung, dass wenn Opel als Autohersteller wegfällt, andere Autobauer mit Marktanteilszuwächsen das Angebotsloch wieder füllen werden. Darunter werden auch deutsche Autobauer und zulieferer sein. Eine Verknappung des Angebots an Neuwagen würde darüberhinaus positiv marktregulierend wirken.

Ich halte es für eine ganz miese Lüge der Politiker wenn sie erklären Ihnen läge es bei den Staatshilfen um Arbeistplätze. Das ist falsche Heuchelei. Nein Ihnen geht es um Unternehmensprofite, eigene Profite (viele sitzen ja selber auch in den Aufsichtsräten notleidender Firmen) und Lobbyismus.

Dieser Beitrag wurde von Computer bearbeitet: 29. Mai 2009 - 17:47


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#2 Mitglied ist offline   LoD14 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 20:47

Ich hab's schonmal hier gesagt und schonmal eins aufn Deckel bekommen, aber ich sags nochmal: Wenn der Staat maroden Banken und Bankern, die den Hals net voll gekriegt haben, aus der Patsche hilft, kann er auch die 1,5 Milliarden Bürgschaft für Opel springen lassen. 35 Mrd für die HRE, dann ist das ja ein echtes Schnäppchen hier bei Opel.

Ist mir egal, ob Banken Systemkritisch sind oder Autohersteller. Beide Systeme sind total verrottet, das der Banken vielleicht sogar noch mehr als das von Opel und Co. Wenn man jetzt sagt, Insolvenz und gesunden, dann gehören die Hälfte aller Banken hier geschlossen. Und der Staat - sprich wir als Steuerzahlen - werden bei Banken wie der HRE mehr Geld verlieren ohne Aussicht auf irgendwann mal wiederzukriegen als bei Opel. Da sind die Aussichten noch besser.

Der Automarkt reinigt sich grad selber, ein großer US Hersteller weg vom Fenster, der nächste bald hinterher. Opel sollte eigentlich ohne Insolvenz durchzukriegen sein. Ein paar kleine Hersteller gehen bestimmt auch noch Hops, Saab oder so.

So, jetzt können mir alle wieder sagen, wie schlimm es wäre, wenn Systemkritische Banken kaputt gehen und wie egal Opel doch ist. oder Arcandor. Ich bleib bei meiner Meinung.

#3 Mitglied ist offline   nobody is perfect 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 21:45

was man auch noch beachten sollte ist wenn 25000 Arbeitsplätze wegfallen,wer bezahlt dann das Arbeitslosengeld?
Ich denke das fällt genau so auf die Steuerzahler,egal was passiert der Steuerzahler wird auf jeden Fall in die Pflicht genommen.
Ich hoffe das Opel weiter machen kann .

#4 Mitglied ist offline   saw 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 22:32

Beitrag anzeigenZitat (nobody is perfect: 29.05.2009, 22:45)

was man auch noch beachten sollte ist wenn 25000 Arbeitsplätze wegfallen,wer bezahlt dann das Arbeitslosengeld?

So brutal es ist,
im Fall der 100% Insolvent Opels und eines Teiles der Zulieferer,
würde uns das im Jahr eine Milliarde kosten, zum Schluss lagen alleine die Bürgschaften beim siebenfachen.
Kann ich bitte mal vorbei,
es geht nach Kompetenz.

Nazis sind shice, überall.

#5 Mitglied ist offline   Computer 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 22:44

Beitrag anzeigenZitat (nobody is perfect: 29.05.2009, 22:45)

was man auch noch beachten sollte ist wenn 25000 Arbeitsplätze wegfallen,wer bezahlt dann das Arbeitslosengeld? Ich denke das fällt genau so auf die Steuerzahler,egal was passiert der Steuerzahler wird auf jeden Fall in die Pflicht genommen. Ich hoffe das Opel weiter machen kann.


Eine geordnete Insolvenz selbst bei Scheitern der jetzigen Verhandlungen muss nicht zwangsläufig zur Schließung und zu Massenentlassungen führen. Das mit dem Wegfall von 250.000 Arbeitsplätze ist also reine Spekulation auch wenn der Staat nicht einspringt. Und saw die von dir genannten Zahlen stammen soviel ich weiß von Opel und deren Interesengruppen, die den Staat erperessen wollen. Ich weiß das diese in der Zeitung standen. Und damit mein ich diesmal nicht Bild.

Und das sogenannte Arbeitslosengeld 1 wird aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung gezahlt, in der Beschäftigten einzahlen. Es ist nicht steuerfinanziert. Beim sog. Arbeitslosengeld sieht das dan natürlich anders aus.

Dieser Beitrag wurde von Computer bearbeitet: 29. Mai 2009 - 22:56


#6 Mitglied ist offline   saw 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 23:11

Die Berechnung kommt aus dem Wirtschaftsministerium.
Und ja, selbst bei einer Insolvenz ist davon auszugehen das der überwiegende Anteil der Beschäftigten seinen Jobs behält. Ich bin absolut dagegen mit Steuermittel, künstlich Firmen zu stützen und damit den Wettbewerb zu verzerren,
und uns samt der späteren Generationen vor unlösbare Schuldenberge zu stellen.
Kann ich bitte mal vorbei,
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#7 Mitglied ist offline   Computer 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 23:14

Gut ich hatte offen gesagt zu den Zahlen eine andere Quelle. Aber wenn du mit der Quelle Recht hast und das ist gut möglich muss man die Zahlen schon ernst nehmen.

#8 Mitglied ist offline   saw 

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geschrieben 29. Mai 2009 - 23:24

Auf jeden Fall kommt die geordnete Insolvenz und spätere Fortführung der Geschäfte bei Opel, uns billiger
als wie nu Wahlkampfmäßig jede geforderte Summe auf den Tisch zu legen, und die Käufer lachen sich kaputt.
Bekommen Opel geschenkt und die Verluste der ersten Jahre zahlt der Steuerzahler.
Kann ich bitte mal vorbei,
es geht nach Kompetenz.

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#9 Mitglied ist offline   Leshrac 

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geschrieben 30. Mai 2009 - 00:13

Computer & Lod, volle zustimmung.

Ich verstehe es auch nicht, was es momentan ueberall mit den staatlichen rettungspaketen fuer mismanaged firmen ist. Erst verlangen sie (vor allem die banken) groesstmoegliche deregulation, so wenig staatliche kontrolle/regulierung wie moeglich; und jetzt wo sie sich massivst verspekuliert haben sollen auf einmal die staatskassen die rettungsfallschirme bereitstellen? Laecherlich...

Marode firmen muessen bankrott gehen, um das wirtschaftssystem am laufen zu halten. Diese staatlichen interventioenen fuellen loecher ohne boden und machen alles nur noch schlimmer auf langzeit gesehen.

Und zu opel/vauxhall, GM wird am montag chapter 11 bankruptcy bekanntgeben, viele der submarken werden vollstaendig eingestellt werden (e.g saturn, mercury, hummer), entweder der rest ueberlebt dann selbststaendig wenn er wettbewerbsfaehig ist, oder eben nicht. Auch hier sind staatliche interventionen sinnfrei, denn:

Zitat

wenn Opel als Autohersteller wegfällt, andere Autobauer mit Marktanteilszuwächsen das Angebotsloch wieder füllen werden

Dieser Beitrag wurde von Leshrac bearbeitet: 30. Mai 2009 - 00:14


#10 Mitglied ist offline   Oldieuser 

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geschrieben 30. Mai 2009 - 09:03

Anscheinend wurde eine Einigung erzielt.

Klick
Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung

#11 Mitglied ist offline   def 

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geschrieben 30. Mai 2009 - 10:18

Beitrag anzeigenZitat (Leshrac: 30.05.2009, 01:13)

(...) Erst verlangen sie (vor allem die banken) groesstmoegliche deregulation, so wenig staatliche kontrolle/regulierung wie moeglich (...)

Marode firmen muessen bankrott gehen, um das wirtschaftssystem am laufen zu halten. Diese staatlichen interventioenen fuellen loecher ohne boden und machen alles nur noch schlimmer auf langzeit gesehen.

Das sagt sich so leicht. Da du kurz vorher die Banken erwähnt hattest, klingt es jetzt so, als wolltest du sagen, man hätte schon die Banken nicht retten sollen. Hast du das gemeint? Falls ja, meinst du, das wäre eine sinnvolle Alternative gewesen? Das gesamte Wirtschaftssystem einfach mal richtig zusammenkrachen zu lassen? Wäre das den Steuerzahler letztendlich wirklich billiger gekommen?
Oder sagst du: Banken sind systemkritisch und müssen gerettet werden?
Das sind übrigens keine rhetorischen, sondern echte Fragen. Ich nutze diesen Thread, um verschiedene Meinungen zu erfahren und über das Thema nachzudenken.

Was Opel und andere Firmen angeht, stimme ich dir allerdings zu. Eigentlich greift der Staat (bzw. inzwischen ja auch die EU) mit Rettungspaketen und Subventionen viel zu stark in die Wirtschaft ein und verzerrt den Wettbewerb. Auf Dauer muss das schaden und ist zudem oft trotzdem ungerecht.

Viele Grüße
Def

Dieser Beitrag wurde von def bearbeitet: 30. Mai 2009 - 10:21

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#12 _Magguz_

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geschrieben 30. Mai 2009 - 11:26

Die derzeitge Wirtschaftskrise hat auch einen Vorteil... Sie reinigt den Markt von maroden und eh schon angeschlagenen Unternehmen, die sich vorher nur knapp über Wasser halten konnte... Und da sollte der Staat sich nicht einmischen... Meine Meinung...

Dieser Beitrag wurde von Magguz bearbeitet: 30. Mai 2009 - 11:26


#13 Mitglied ist offline   Leshrac 

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geschrieben 30. Mai 2009 - 12:00

Beitrag anzeigenZitat (def: 30.05.2009, 13:18)

Das sagt sich so leicht. Da du kurz vorher die Banken erwähnt hattest, klingt es jetzt so, als wolltest du sagen, man hätte schon die Banken nicht retten sollen. Hast du das gemeint? Falls ja, meinst du, das wäre eine sinnvolle Alternative gewesen?

Ja, das habe ich gemeint. Ob es eine sinnvollere alternative gewesen waere - ich weiss es nicht. Aber es haette vielleicht einmal dieses voellig surreale und geldgierige system von grund auf gereinigt.
Ich meine, es kann doch absolut nicht sein, dass banken mit werten spekulieren, die noch nicht einmal real vorhanden sind. Dazu dann noch ganze quartalsbilanzen ueber jahre hinweg schoenfaelschen, damit die defizite nicht auffallen und die raffgier in gleicher manier weiter betrieben werden kann - natuerlich nur um schoene dividenden fuer die aktionaere auszuschuetten.

Dann vor kurzem in den USA das bank-assessment, es sollte in etwa errechnet werden, wie die groessten banken nun stehen; und wie viel weitere unterstuetzung (zusaetzlich zu den $2bn+ die bereits vergeben wurden) in etwa noetig sein wird.
Und was machen die banken, anstatt aus ihren fehlern zu lernen? Wieder froehlich fakes verteilen, die vorn und hinten nicht ausreichen werden.

Eine bank dir ihr geschaeftliches wohl und auch das ihrer kunden ernsthaft verfolgt, wird wohl kaum kredite vergeben, bei denen sie weiss, dass der kunde kaum in der lage sein wird ueberhaupt nur die zinsen zu bezahlen; von tilgung einmal ganz zu schweigen. Risiko assessment und management wurden ja voellig ignoriert, es ging immer nur um den schnellen profit auf kurzzeitbasis. Aber, wie man sieht: Hochmut kommt vor dem fall.

Zitat

Das gesamte Wirtschaftssystem einfach mal richtig zusammenkrachen zu lassen? Wäre das den Steuerzahler letztendlich wirklich billiger gekommen?

Auch das kann ich dir nicht wirklich beantworten, und ich weiss nicht, ob irgendjemand das koennte.
Das grosse problem, dass ich aber bei steuerbasierenden staaten sehe, ist die leichtigkeit mit der die steuergelder verpulvert werden. Es ist ihnen letztenendes ja auch egal, schliesslich koennen sie ihre buerger ganz nach belieben einfach noch mehr geld aus der tasche ziehen wenn die staatskasse knapp wird, anstatt von vornherein einen effizienteren und ausgeglichen finanziellen staatshaushalt anzustreben.
Ich weiss, das ist nun sehr vereinfacht dargestellt und es haengt noch viel mehr an diesen systemen, aber letztendlich laeft es doch immer genau darauf hinaus.

#14 Mitglied ist offline   klawitter 

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geschrieben 30. Mai 2009 - 12:59

Beitrag anzeigenZitat (nobody is perfect: 29.05.2009, 22:45)

was man auch noch beachten sollte ist wenn 25000 Arbeitsplätze wegfallen,wer bezahlt dann das Arbeitslosengeld?
Ich denke das fällt genau so auf die Steuerzahler,egal was passiert der Steuerzahler wird auf jeden Fall in die Pflicht genommen.
Ich hoffe das Opel weiter machen kann .


lt. FAZ von gestern bezahlt der staat jeden opel-arbeitsplatz mit rund 300000 euro. die rechnung ist natürlich nicht ganz korrekt, da über zulieferer und dienstleister weitere arbeitsplätze davon abhängen.

dennoch sollte man diese zahl mal als relation heranziehen: denn durch diese bürgschaften und finanzhilfen wird die verschuldung soweit ausgereitzt, dass der staat bei einer länger anhaltenden kriese oder einer folgekriese in die knie gehen würde. die staatliche sicherung der im falle einer dennoch eintretenden pleite opels zu versorgenden arbeitslosen wird so bereits heute zugunsten von wählerstimmen verpfändet. das ist für mich untreue und verantwortungslosigkeit.

eine insolvenz opels würde keine pleite opels bedeuten. es wäre imho die beste chance, dieses unternehmen wieder auf marktkonforme füsse zu stellen. das geschrei der gewerkschaften nach arbeitsplatzsicherungen ist imho ähnlich unverantwortlich wie es das vorschnelle zusagen von staatshilfen durch die regierung war.
die autoindustrie ist nicht durch die weltwirtschaftskrise in not geraten. sie hat sich bereits jahre vorher selbst dorhin manövriert: durch falsche produkte, durch sträflich vernachlässigte entwicklungsarbeit, durch mitunter dilletantische verquickung des kerngeschäfts mit riskanten finanzprodukten (siehe porsche...) und durch kurzsichtige, auf jahresergebnisse abzielende überproduktionen.

der aderlass wird sich nicht vermeiden lassen. er liesse sich verschleiern, bis das wirklich eintritt, was bereits jetzt regelmässig als argument missbraucht wird: die autowirtschaft bricht der gesamten wirtschaft und dem staat das genick.


ich bin überzeugter humanist und anhänger einer sozialen marktwirtschaft. aber wer sich einmal damit beschäftigt wird feststellen, dass das subventionsgehabe der regierung meilenweit von jeder sinnvollen form des staatlichen eingriffs und verantwortung entfernt ist.

und mal abgesehen davon (und nicht so gaaanz ernst gemeint): warum soll die bevölkerung für ein unternehmen bluten, dass es als einziger europäischer hersteller geschafft hat, in den 90er und frühen 2000er jahren noch rostende autos zu produzieren?

Dieser Beitrag wurde von klawitter bearbeitet: 30. Mai 2009 - 13:08

Android ist die Rache der Nerds - weil wir sie nie auf unsere Parties eingeladen haben.

#15 Mitglied ist offline   Leshrac 

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geschrieben 31. Mai 2009 - 10:10

Beitrag anzeigenZitat (klawitter: 30.05.2009, 15:59)

anhänger einer sozialen marktwirtschaft

Die gibt es bei den grosskonzeren und banken doch schon lange nicht mehr. Da zaehlt nur eine moeglichst hohe rendite und dadurch moeglichst hohe dividenden, der rest ist ihnen voellig egal. Siehe Porsche, dieser schiefgegangene VW-aktien-coup brachte dem porscheboss ~$80mi ein, die hat er sicher und somit ist ihm der rest egal.
Dass durch eine gut motivierte und gefoerderte belegschaft das unter nehmen aber wohl noch besser laufen koennte, daran scheinen sie nicht zu denken.

Und gerade noch etwas interessantes ueber GM, Opel/Vauxhall und Magna gesehen. Magna hatte im letzten quartal ein net deficit von $230+mi, die prognosen fuer das laufende sehen nicht viel besser aus. Aber um Opel/Vauxhall zu uebernehmen reicht es wohl noch...
Wird garantiert genau so ein flop wie Daimler/Chrysler und Porsche/VW...

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