WinFuture-Forum.de: "die Wirtschaft Befreit Die Menschen Von Der Arbei - WinFuture-Forum.de

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"die Wirtschaft Befreit Die Menschen Von Der Arbei Thema: Arbeitslosigkeit


#1 Mitglied ist offline   xploit 

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geschrieben 15. Juli 2005 - 12:23

An die Schwarzmaler da draussen, die permanent jammern und unken, weils mit uns bergab zu gehen scheint: :thumbup: :rofl:

Quelle

Zitat

Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein Bürgergeld und nur noch eine Steuer

Alle Politiker sind sich einig: Das wichtigste in Deutschland ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Drogeriemarktkette DM ist ein Unternehmen, bei dem seit Jahren neue Stellen geschaffen werden. Doch im Gespräch mit Sönke Iwersen überrascht der Gründer Götz Werner mit ungewohnten Ansichten.

Herr Werner, wie wichtig ist Ihnen die Schaffung neuer Arbeitsplätze?

Überhaupt nicht wichtig. Sonst wäre ich ja ein schlechter Unternehmer. Als solcher habe ich meine Aufgaben zu erfüllen.

Wäre es nicht Ihre vornehmste Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen?

Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitsplätze langsam nicht mehr hören kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien. Und das ist uns in den letzten 50 Jahren ja auch grandios gelungen.

Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?

Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto. Bei meinen Kindern heute gibt es wahrscheinlich zwei Elternhäuser, die keine zwei Autos haben. Und vielleicht zwei Elternhäuser, die keine zwei Fernseher haben.

Aber der Wohlstand kommt doch von Arbeit, nicht von Arbeitslosigkeit. Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Arbeitsplätze entstehen?

Das ist nicht die Frage, die sich ein Unternehmer stellt. Kein Unternehmer überlegt sich morgens, wenn er in den Laden kommt: Wie kann ich heute möglichst viele Menschen beschäftigen? Allein die Vorstellung ist schon absurd. Die Frage lautet umgekehrt: Wie kann ich mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit und Ressourcen möglichst viel für meine Kunden erreichen? Wie kann ich den Laden besser organisieren? Und besser organisieren heißt immer, Arbeit einzusparen. Das ist ein absolutes unternehmerisches Prinzip.

Aber Herr Werner. Sie haben bei DM in den letzten Jahren doch selbst tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.

Ja schon. Aber unser Unternehmen ist deswegen erfolgreich, weil es produktiver ist als andere. Weil es produktiver ist, wächst es. Weil es wächst, schafft es Arbeitsplätze. Aber die gehen zu Lasten der Arbeitsplätze bei den Unternehmen, die weniger produktiv sind. Volkswirtschaftlich gesehen führt Erfolg bei gesättigten Märkten immer zum Abbau von Arbeitsplätzen.

Sie halten fünf Millionen Arbeitslose also für einen Beweis der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft?

Zumindest ist es ein Ausdruck der Produktivitätsentwicklung. Und eine Produktivitätsentwicklung ist immer ein Fortschritt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter 1959 einen VW-Käfer bestellt hat. Da betrug die Lieferzeit 13 Monate. Können Sie sich das heute noch vorstellen?

Kaum.

Sehen Sie. Und Anfang der 70er Jahre warb die Post mit dem Motto: Fasse dich kurz. Der Grund war, dass ständig die Leitungen belegt waren und die Leute sich die Finger wund wählten. Stellen Sie sich mal vor, die Telekom oder Vodafone würden heute mit solchen Werbesprüchen kommen. Das ist gar nicht denkbar.

Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als früher.

Wir leben quasi in paradiesischen Zuständen. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen können. Ein Beispiel: Wäre die Wiedervereinigung 20 Jahre früher gekommen, hätte es in Deutschland riesige Mangelerscheinungen gegeben. 1970 war die Wirtschaft noch nicht so weit, mal eben 17 Millionen Menschen mitzuversorgen. 1990 funktionierte das doch erstaunlich glatt. Niemand im Westen musste einen Mangel erleben.

Dafür sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.

Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, weiß doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erzählt, dass die Isländer heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es überall. Unsere Fähigkeit, Dinge zu produzieren, übersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren. Das ist eine ganz einfache Tatsache, und keine Arbeitsmarktreform kann daran etwas ändern.

Trotzdem fordern Politiker, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften ständig bessere Rahmenbedingungen, damit mehr Arbeitsplätze entstehen können.

Ich weiß. Aber wir müssen uns doch fragen: Was ist eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft? Es gibt zwei Aufgaben. Die erste: Sie muss die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Und nie in der Geschichte hat die Wirtschaft diese Aufgabe so gut erfüllt wie heute. Wir sehen doch den totalen Überfluss. Obwohl die meisten Fabriken längst nicht ausgelastet sind, wird alles produziert, was man sich wünschen kann.

Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.

Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die Güter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.

Ausstatten? Für Geld muss man arbeiten.

Ja, ja. Und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht wahr? Dieses Denken sitzt immer noch tief in den Köpfen. Aber damit kommen wir heute nicht mehr weiter.

Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.

Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Phänomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Straßenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen könnten?

Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.

Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft hängt doch davon ab, wie viele Güter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.

Nicht?

Nein. Nehmen Sie die frühere DDR. Dort gab es Geld im Überfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die Güter?

Was also schlagen Sie vor? Die Maschinen arbeiten, und der Staat verteilt das Geld, damit die Bürger konsumieren können?

So ähnlich. Wir brauchen das bedingungslose Bürgergeld. Eine Lebensrente für jeden Bürger. Selbstverständlich können solche Veränderungen nur schrittweise über einen längeren Zeitraum eingeführt werden.

Wie hoch soll dieses Bürgergeld denn sein?

Hoch genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.

Schöne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.

Keine Angst. Ich bin dafür, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.

Und wie hoch soll die dann sein?

Das könnten bis zu 48 Prozent sein.

Sie machen Witze.

Nein. Zählen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch über die Mehrwertsteuer zu finanzieren wäre, hätte das riesige Vorteile.

Welche denn?

Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertschöpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das heißt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden.

Also noch mehr Entlastung für die Unternehmen und noch mehr Belastung für die Verbraucher?

Nein. Einfach mehr Klarheit und mehr Fairness. Ich weiß, dass Politiker unterschiedlichster Couleur fordern: Wir müssen die Reichen besteuern, die Unternehmen müssen wir besteuern und damit den kleinen Mann entlasten. Das ist eigentlich eine Lüge. Warum? Weil Unternehmer und Unternehmen faktisch keine Steuern bezahlen.

Da werden Ihnen einige Unternehmerkollegen widersprechen.

Jammern gehört zum Handwerk. Aber jeder Unternehmer weiß, was man mit Steuern macht: Man muss sie einkalkulieren. Alle Steuern, die die Unternehmen zahlen, fließen in die Preise für die Produkte ein. Letzten Endes zahlt immer der Verbraucher.

Was wäre also der Vorteil, alle Steuern in der Mehrwertsteuer zusammenzufassen?

Na, der ganze gewaltige Verwaltungsapparat des Staates würde zusammenschnurren. Denken Sie mal daran, wie viele Beamte ihre Zeit damit verschwenden, die Steuern zu erheben, auszurechnen und zu überprüfen. Das wäre alles überflüssig.

Welche anderen Vorteile hätte Ihr Plan?

Dass die Importe endlich mal richtig besteuert werden. Die billigen Textilien aus China oder Rumänien kommen doch nur so billig hier an, weil sie nur mit einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent belastet sind. In jedem Produkt stecken Infrastrukturkosten. Aber die Infrastruktur in Deutschland ist natürlich teurer als die in China. Anders herum würden die deutschen Exporte extrem attraktiv, weil sie von Steuern völlig unbelastet wären. Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde.

Wie soll das funktionieren?

Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen. Sie hätte danach gleich viel, aber ihre Arbeitsleistung wäre für das Krankenhaus viel leichter zu finanzieren. Das Bürgergeld würde die arbeitsintensiven Güter und Dienstleistungen entlasten und dadurch den Arbeitsmarkt enorm beleben. Insgesamt würden die Preise dadurch gleich bleiben, denn der Staat müsste ja das zu zahlende Bürgergeld über die Mehrwertsteuer wieder refinanzieren.

Aber wer wird denn in Zukunft noch arbeiten, wenn er für 1500 Euro auch zu Hause bleiben kann?

Sie unterschätzen den immateriellen Wert der Arbeit. Viele Menschen haben sehr viel Spaß an ihrer Aufgabe. Denken Sie auch an alle sozialen Berufe und die ganze Kulturarbeit. Da gibt es einen riesigen Bedarf in der Gesellschaft, der endlich finanzierbar wäre.

Und die langweiligen, die unangenehmen Jobs?

Die müssten dann eben höher entlohnt werden, wenn wir sie benötigen. Natürlich wird es dann zukünftig Berufe und auch Unternehmen geben, denen es schwer fallen wird, Menschen zu finden. Warum? Weil ja die Menschen dann nicht mehr arbeiten werden, weil sie müssen, sondern weil sie in ihrer Arbeit eine Sinnerfüllung erleben. Und auch, weil es ihnen Spaß macht.

Herr Werner, alle sprechen von der Krise. Wer Ihnen zuhört, könnte denken, es geht Deutschland ausgezeichnet.

Das stimmt ja auch. Unser Land hat noch nie so viel Wohlstand produziert wie heute. Wir haben nur Schwierigkeiten, den Wohlstand zu verteilen. Das sind wir einfach nicht gewohnt.

Also keine Krise?

Jedenfalls keine Wirtschaftskrise. Die Frage, die mich wirklich umtreibt, ist eine andere. Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur. Leider ist dieses Thema im Bewusstsein der Gesellschaft kaum vorhanden. Aber genau hier müssen wir ansetzen.


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#2 _Breaker_

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geschrieben 15. Juli 2005 - 12:39

Tja, hört sich wirklich sehr gut an, würde sich aber leider nicht durchsetzen lassen. Schon allein die EU würde in diesem einen Verstoss gegen so ziemlich alle Gesetze sehen und alle anderen Mitgliedsländer gegen uns aufbringen. Wenn man es allerdings über einen Zeitraum von 50-60 Jahren langsam aufbaut, so das der Rest mitziehen kann?
Fazit: Leider (momentan noch?) Utopia.

#3 Mitglied ist offline   3ddi 

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geschrieben 15. Juli 2005 - 12:43

ich finde auch, dass es sich gut anhört. man könnte sich quasi über seine arbeit
definieren. aber was ist, wenn viele sagen, "1300 euro reichen mir" und nicht mehr
arbeiten gehen? irgendwann würde auch die produktivität sinken und man hätte
nicht mehr genügend güter für die bevölkerung.

was der herr von DM sagt, hört sich alles plausibel an, aber ich denke, dass so etwas
nicht eintreten wird.

3ddi

#4 Mitglied ist offline   xploit 

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geschrieben 15. Juli 2005 - 13:10

Breaker:
Kurzfristig wird das auf keinen Fall realisierbar sein, und langfristig nur, wenn alle mitziehen. Wenn aber schon geheult wird, weil die Mehrwertsteuer um läppische 2 Prozentpunkt angehoben wird, was de facto gerade einmal einer Preissteigerung von 1,7 Prozent entsprechen würde, seh ich da im Moment noch schwarz bei der Durchsetzung. Zumal das nur auf sog. Luxusartikel zutrifft, also nicht einmal die gewöhnlichen Dinge des Lebens, wie Lebensmittel und Zeitschriften, die nicht mit dem üblichen Umsatzsteuersatz belegt werden.

3ddi:
Du hast Recht, die Gefahr besteht, dass es vereinzelt, wie auch jetzt schon, "Aussteiger" geben wird, die einfach keine Lust haben zum Arbeiten. Dieser Umstand wird aber beachtet. Denn die Leute, die Spass an ihrer Arbeit haben, gehen auch arbeiten. Und die Arbeit, die grundsätzlich keinen Spass macht, wird einfach höher entlohnt. Also im Prinzip genau "anders rum" als es zur Zeit ist. Klempner die tagtäglich in der Scheisse anderer wühlen müssen mit einem Hungerlohn auskommen, während der Abteilungsleiter oder Vorstandsvorsitzender für seine Kundenacquisitation im europäischen Süden noch extra gut bezahlt wird.

#5 _Breaker_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 15. Juli 2005 - 14:21

Zitat (3ddi: 15.07.2005, 13:43)

aber was ist, wenn viele sagen, "1300 euro reichen mir" und nicht mehr
arbeiten gehen?
<{POST_SNAPBACK}>

Unwahrscheinlich, du darfst nicht vergessen das von den 1300€ noch die Mehrwertsteuer in höhe von bis zu 50% abgeht. D.h. wenn er nicht grad alle Sachen im Ausland einkauft (ein weiterer Grund das es nicht recht durchdacht ist, Bevorzugung grenznaher Anwohner...) bleiben im Endeffekt so 750€ zum Leben. Davon Miete, Auto, Essen etc. bezahlen könnt ich mir net leisten (Naja, könnt ich schon, ich will aber net :thumbup: ).
Ausserdem braucht man eine Aufgabe. Den ganzen Tag auf dem Sofa hocken wäre mir zu unbefriedigend. Wahrscheinlich würden dann viele umsteigen auf einen Teilzeitjob, weil das Geld dann ja immer noch reichen würde. Das wiederum würde dem Modell zugute kommen, da erstens mehr Arbeit da wäre und zweitens ist es richtig das wir alles effizienter erledigen, d.h. es wird auf Dauer so oder so weniger Arbeit geben.

#6 Mitglied ist offline   xploit 

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  • Reputation: 7

geschrieben 15. Juli 2005 - 14:50

du hast es ja schon richtig erkannt:

>> Unwahrscheinlich, du darfst nicht vergessen das von den 1300€ noch die
>> Mehrwertsteuer in höhe von bis zu 50% abgeht

eben, aber irgendwo muss das Geld ja wieder in den Kreislauf zurück. Was willst du denn mit dem ganzen Geld, in einem Wirtschaftssystem, wie dem oben dargestellten? Es geht ja darum, dir das Geld wieder möglichst schnell abzunehmen, wie es heutzutage ja auch ist, keiner will das du dein Geld ewig auf die hohe Kante legst, sondern möglichst fix wieder in den Kreislauf einbringst.
Natürlich ändern sich dann auch die Preise der Güter. Der Unternehmer muss dann ja keine anderen Steuern mehr in seine Produkte einkalkulieren - er ist gänzlich steuerbefreit.
Der Anteil der tatsächlichen Kosten für ein Auto heutzutage ist verschwindend gering. Ein Grossteil ist zuerst auf die Steuern (nicht nur die Umsatzsteuer, der Unternehmer kalkuliert in seinen Verkaufspreis natürlich auch andere Steuern ein, Körperschaft z.B.) anzurechnen, ein anderer Grossteil auf die Gewinnmarge des Unternehmens. Und zuletzt noch ein kalkulatorischer Aufschlag, um die Handelskosten zu decken. Wenn aber wirklich irgendwann die Produktion dermaßen optimiert werden kann, hat das natürlich signifikante Auswirkungen auf den Verkaufspreis. Und schon reichen dir die 1.300 Euro zum leben :thumbup:


>> Ausserdem braucht man eine Aufgabe. Den ganzen Tag auf dem Sofa hocken
>> wäre mir zu unbefriedigend.

Sehr gut erkannt, denn das kommt noch dazu: Ein Grossteil der Menschen möchte natürlich arbeiten, um sich selber zu verwirklichen oder einen besseren Lebensstandard zu schaffen oder weil ihnen schlicht und ergreifend langweilig wird. Und diejenigen dürfen natürlich arbeiten.

Der Kreislauf schliesst sich am Ende wieder, das System ist also nahezu perfekt. Fehlt nur, dass sich das Denken in den Köpfen der Menschen ändert. Das wird wohl die grösste Hürde, alles andere, wie technisches Knowhow z.B., ist nur eine Frage der Zeit.

#7 Mitglied ist offline   flo 

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geschrieben 15. Juli 2005 - 15:01

Also ganz unrecht hatt der Herr Werner ja nicht!


So gut wie heute ging es Deutschland noch nie!

und seinen Bürgern auch nicht, es muß keiner Verhungern!


Seine Vorschläge hören sich ganz gut an, allerdings verstehe ich davon zu wenig um sagen zu können ob die von ihm Vorgeschlagenen maßnahmen wirklich gut sind

#8 _Breaker_

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geschrieben 15. Juli 2005 - 20:46

Zitat (xploit: 15.07.2005, 15:50)

du hast es ja schon richtig erkannt:
>> Unwahrscheinlich, du darfst nicht vergessen das von den 1300€ noch die 
>> Mehrwertsteuer in höhe von bis zu 50% abgeht

eben, aber irgendwo muss das Geld ja wieder in den Kreislauf zurück. Was willst du denn mit dem ganzen Geld, in einem Wirtschaftssystem, wie dem oben dargestellten?
<{POST_SNAPBACK}>

Du darfst nicht vergessen das von diesem Geld weiterhin Geld verloren geht, ob es jetzt durch Material ist, das in Deutschland nicht hergestellt wird und somit im Ausland eingekauft werden muss, Hilfeleistungen für die Dritte Welt, Strassensanierungen, Staatliche Gebäudesanierung etc..

Zitat (xploit: 15.07.2005, 15:50)

Natürlich ändern sich dann auch die Preise der Güter. Der Unternehmer muss dann ja keine anderen Steuern mehr in seine Produkte einkalkulieren - er ist gänzlich steuerbefreit.
<{POST_SNAPBACK}>

Bedingt richtig, denn steuerbefreit sind nur die Güter die er herstellt. Sein Lebenssunterhalt wird durch die Mehrwertsteuer immer noch besteuert.

Zitat (xploit: 15.07.2005, 15:50)

Der Anteil der tatsächlichen Kosten für ein Auto heutzutage ist verschwindend gering. Ein Grossteil ist zuerst auf die Steuern (nicht nur die Umsatzsteuer, der Unternehmer kalkuliert in seinen Verkaufspreis natürlich auch andere Steuern ein, Körperschaft z.B.) anzurechnen, ein anderer Grossteil auf die Gewinnmarge des Unternehmens. Und zuletzt noch ein kalkulatorischer Aufschlag, um die Handelskosten zu decken.
<{POST_SNAPBACK}>

Und dieses zählt dann nur, wenn das Auto, Kühlschrank, Fahrrad etc. komplett in Deutschland produziert wurde. Denn bei Importgütern müsste man ja immer noch Lohnnebenkosten bezahlen, ausser dieses System würde weltweit eingeführt werden.


Zitat (xploit: 15.07.2005, 15:50)

Wenn aber wirklich irgendwann die Produktion dermaßen optimiert werden kann, hat das natürlich signifikante Auswirkungen auf den Verkaufspreis. Und schon reichen dir die 1.300 Euro zum leben :ph34r:
<{POST_SNAPBACK}>

Ja, reichen würden sie bestimmt, keine Frage. Ob es dann aber noch reicht für Luxus, Urlaub im dann erheblich teureren Ausland, Luxusgüter und sei es nur der Lachs aus Kanada, ist die Frage und ein Rechenexempel für Finanzexperten...

Zitat (xploit: 15.07.2005, 15:50)

Der Kreislauf schliesst sich am Ende wieder, das System ist also nahezu perfekt. Fehlt nur, dass sich das Denken in den Köpfen der Menschen ändert. Das wird wohl die grösste Hürde, alles andere, wie technisches Knowhow z.B., ist nur eine Frage der Zeit.
<{POST_SNAPBACK}>

Nahezu perfekt wäre es erst dann, wenn es weltweit eingeführt werden könnte und es keinen Hunger/Armut mehr gibt auf der Welt. Rein von den momentan vorhandenen Ressourcen wäre es bereits heute möglich, jährlich werden allein in Deutschland Millionen Tonnen Getreide auf den Kompostplatz gefahren, da es billiger ist als es nach Afrika etc. zu verschiffen.
Schade eigentlich...

Dieser Beitrag wurde von Breaker bearbeitet: 15. Juli 2005 - 21:07


#9 Mitglied ist offline   Win-Fan 

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  • Reputation: 0

geschrieben 16. Juli 2005 - 02:59

Zitat

Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?

Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto.
Jaja, die alte Leier, "Früher war alles anders", na sicher war früher alles anders, aber wir leben nunmal nicht früher sondern heute, und die Lebensbedingungen bzw der Lebensstandard der Menschen hat sich nunmal geändert, also lässt sich nichts mit Früher vergleichen.

Zitat

Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als früher.

Wir leben quasi in paradiesischen Zuständen. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen können.
Na wenn die Überproduktion als einzigster Fakt dient, um den Wohlstand der Gesellschafft fest zu machen, dann hat der gute Mann den Sinn zur Realität verloren. Das zeigt nur das man falsch Wirtschaftet das es überhaupt zur Überproduktion kommt, und das es mittlerweile auch durch die steigende Arbeitslosigkeit und steigende Armut in Deutschland, auch immer weniger Käufer gibt, bzw die Kaufkraft sinkt, und weiterhin Duetsche Produkte evtl auch zu teuer sind um exportiert werden zu können, denn der Export ist und war schon immer einer der wichtigsten Märkte.
Wo lebt denn dieser Mensch? Sieht er nicht das auch in Deutschland schon die Armut weit verbreitet ist, wie kann dieser Mensch da von paradiesischen Zuständen sprechen? :angry:

Zitat

Dafür sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.

Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, weiß doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erzählt, dass die Isländer heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es überall. Unsere Fähigkeit, Dinge zu produzieren, übersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren.
Es liegt ebend nicht nur daran das mehr Produziert wird wie konsumiert werden kann, sondern ebend auch an mangelnder Kaufkraft, denn weniger Geld in der Tasche bedeutet ebend auch weniger Kaufkraft, egal ob nun Osten oder Westen oder in Island.

Zitat

Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.

Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die Güter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.
Aja, und wer stattet die Menschen mit ausreichend Geld aus? Richtig, keiner, das muss man sich immernoch erarbeiten, und das Prinzip wird sich auch in Hundert Jahren nicht ändern, wenn man auch einiger maßen Leben will.

Zitat

Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.

Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Phänomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Straßenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen könnten?
Ganz einfach, weil auf Grund des Wettbewerbs auf dem Markt, sich die Firmen regelrecht soweit unterbieten und teilweise sogar Minus mit eingeplant wird, hauptsache ein Auftrag. Und auf Grund mangelnder Kompetenz der Politik in sachen Finanzhaushalt, da immer weniger Geld für Sanierungs und Neubauarbeiten bleibt. Usw.

Zitat

Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.

Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft hängt doch davon ab, wie viele Güter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.
Also tut mir leid, mein Lebensstandard steigt mit sicherheit nicht weil wir im Überfluss produzieren können, sondern nur wenn ich auch genug Geld in der Tasche hab um mir diese Güter auch kaufen zu können, und nicht anders.

Zitat

Nicht?

Nein. Nehmen Sie die frühere DDR. Dort gab es Geld im Überfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die Güter?
Ja genau, weil wir Geld im Überfluss hatten ging es uns ja so unendlich gut. :lol:
Junge Junge, das kann man sich ja nicht mehr anhören.
Ein Auto "wenn man es so nennen konnte", musste man im schnitt genauso mühevoll finanzieren wie heute, und das gilt für den gesammten Lebensstandard in der DDR, also kein Unterschied zu heut, ausgenommen natürlich das Angebot der Warenwirtschaft und was sonst noch nicht möglich war. Aber geschenkt hat man auch nichts bekommen, und das man sich vor lauter Geld keine Sorgen machen musste, sagt natürlich nur Märchenman "Götz Werner"



Ach, alles aufzuzählen, wäre einfach zu lang. Aber im großen und ganzen lebt dieser Mensch wohl in seiner Fantasie Welt. Ich weis ja nicht was Märchenman geritten hat? Und das einzigst sinnvolle find ich in seiner Idee die Steuern endlich mal zu vereinfachen und zusammen zu legen, oder wenigstens das man das Steuerkozept in Deutschland doch endlich mal gründlich überdenken muss, aber sonst, einfach nur lächerlich und absurd.

Dieser Beitrag wurde von Win-Fan bearbeitet: 16. Juli 2005 - 03:05

Eingefügtes Bild

Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst eh nicht lebend raus.

#10 _Breaker_

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geschrieben 16. Juli 2005 - 10:08

@Win-Fan:
Du hast schon recht, grösstenteils ist es recht einseitig dargestelllt, eben aus der Sicht eines Unternehmers, der Geld verdienen will.
Aber die Ansätze hören sich meines Erachtens ganz gut an, auch wenn sie nicht durchführbar sein werden.
Und man sollte nicht vergessen, das die meisten Neuerungen erstmal der Traum eines einzelnen Menschen waren, bis sich irgendwann ein paar des Themas angenommen haben, es zerrissen, wieder zusammengesetzt und dann einen Teil davon verwirklichten.
Die Abschaffung der Steuern, bis auf eine "Allgemeinsteuer", wäre zwar ein schöner Traum, würde aber nicht zu verwirklichen sein, da es wettbewerbswidrig wäre.
Man muss doch nur mal sehen was mit z.b. Microsoft passiert, und das nur weil sie verkaufen wollen. Da wird gebrüllt von wegen Monopolstellung weil sie einen Mediaplayer integriert haben. Na und? Die allermeisten sind doch froh das ihnen eine einfache Möglichkeit geboten wird ihre Musik-Cd's am PC anzuhören, ohne sich noch extra etwas herunterladen zu müssen, vor allem die ohne I-Net oder mit Analog-Anschluss.
Wir hätten also wahrscheinlich Sanktionen von vielen Staaten zu fürchten, da sie um ihre eigene Unabhängigkeit bangen würden.
Fazit: Schöner Traum, nicht durchführbar.

#11 Mitglied ist offline   xploit 

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geschrieben 16. Juli 2005 - 11:36

Zitat

Es liegt ebend nicht nur daran das mehr Produziert wird wie konsumiert werden kann, sondern ebend auch an mangelnder Kaufkraft, denn weniger Geld in der Tasche bedeutet ebend auch weniger Kaufkraft, egal ob nun Osten oder Westen oder in Island
...
Aja, und wer stattet die Menschen mit ausreichend Geld aus? Richtig, keiner, das muss man sich immernoch erarbeiten, und das Prinzip wird sich auch in Hundert Jahren nicht ändern, wenn man auch einiger maßen Leben will.
...
Na wenn die Überproduktion als einzigster Fakt dient, um den Wohlstand der Geellschafft fest zu machen, dann hat der gute Mann den Sinn zur Realität verloren.
...
Also tut mir leid, mein Lebensstandard steigt mit sicherheit nicht weil wir im Überfluss produzieren können, sondern nur wenn ich auch genug Geld in der Tasche hab um mir diese Güter auch kaufen zu können, und nicht anders.


Das ist der Geldschleier, denn Werner meint, durch den auch du verblendet scheinst.
Das Geld spielt hier doch erstmal überhaupt keine Rolle, was nutzen dir Tausende von Geldmünzen in einer Schubkarre, wenn du dafür keine Waren bekommst? Du würdest verhungern oder an Geldmünzen ersticken.
Der Wohlstand definiert sich sehr wohl über das Vermögen der Wirtschaft, mehr und vor allem ökonomischer zu produzieren. Denn das bedeutet auf der einen Seite sinkende Herstellungskosten und auf der anderen Seite höhere Angebotsmengen. Und jeder BWL-Student weiss, wozu höhere Angebotsmengen führen: Sinkende Preise. Sicherlich nicht gegen Null, aber zumindest in einem signifikanten Rahmen.

Zitat

Ach, alles aufzuzählen, wäre einfach zu lang. Aber im großen und ganzen lebt dieser Mensch wohl in seiner Fantasie Welt. Ich weis ja nicht was Märchenman geritten hat?

naja... vor knapp 200 Jahren mag man den Ausführungen von Adam Smith sicherlich genauso skeptisch gegenübergestanden haben, als er seine Theorien zur freien Marktwirtschaft anpreiste.

Und irgendwo muss Götz Werner mit seinen Überlegungen auf den richtigen Gedanken gekommen sein, und das zumindest, was das Prinzip der Arbeit angeht. Der technische Fortschritt ermöglicht nunmal produktives Arbeiten, und daraus resultieren nunmal weniger Arbeitskräfte. Das lässt sich weder verleumden noch vermeiden, also muss auf Dauer ein anderes Wirtschaftssystem her, um die "Arbeitslosen" zu versorgen.
Natürlich wird jeder neue Gedanke bei seiner Geburt erstmal belächelt, natürlich ist der Gedanke dann noch nicht ausgereift, aber das es so nicht weitergehen kann, wie man im Moment mit Biegen und Brechen versucht, dürfte auch jedem klar sein.

#12 Mitglied ist offline   Win-Fan 

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geschrieben 16. Juli 2005 - 14:03

Zitat (xploit: 16.07.2005, 12:36)

Das ist der Geldschleier, denn Werner meint, durch den auch du verblendet scheinst.
Das Geld spielt hier doch erstmal überhaupt keine Rolle, was nutzen dir Tausende von Geldmünzen in einer Schubkarre, wenn du dafür keine Waren bekommst? Du würdest verhungern oder an Geldmünzen ersticken.
Wir leben aber nunmal nichtmehr in der Steinzeit, wo Güter getauscht wurden, sondern es läuft ebend alles über das Geld als Zahlungsmittel ab, und nicht anders, und das mittlerweile fast überall auf der Welt. Und Lebensmittel oder Güter anderer Art werden immer Produziert, egal ob es nun nur das Prinzip des Tauschens oder Geld als Zahlungsmittel gibt, Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Was macht es also für Sinn, möglichst viel zu produzieren wenn es keiner Kauft? Richtig, keinen Sinn.

Zitat

Der Wohlstand definiert sich sehr wohl über das Vermögen der Wirtschaft, mehr und vor allem ökonomischer zu produzieren. Denn das bedeutet auf der einen Seite sinkende Herstellungskosten und auf der anderen Seite höhere Angebotsmengen. Und jeder BWL-Student weiss, wozu höhere Angebotsmengen führen: Sinkende Preise. Sicherlich nicht gegen Null, aber zumindest in einem signifikanten Rahmen.
Was nützen höhere Angebotsmengen und daraus folgend sinkende Preise, wenn es kaum noch Menschen gäbe die sich diese auch kaufen können? Die Zeiten wo es nur rein um den reinen Bedarf ging, sind schon längst vorbei. Heut kauft man sich nicht nur neues weil es unbedingt nötig ist, sondern auch weil es einem gefällt, und je mehr Geld die Menschen haben um so mehr wird auch gekauft, egal ob es immer unbedingt nötig ist, was dann natürlich wiederum die Produktion steigert, Arbeitsplätze schafft, und somit mehr Menschen Geld verdienen um es so wieder in die Wirtschaft einfließen lassen zu können.
Also für mich spiegelt sich der Wohlstand einer Gesellschaft nicht in einer enormen Produktionsmenge wieder, sondern an der Lage der gesammten Gesellschaft, und dazu zählt nunmal hauptsächlich die finanzielle Lage bzw Wohlstand der Gesellschaft. Das sollte einleuchten. :thumbsup:
Also rein logisch wäre es also besser, möglichst viel Menschen zu beschäftigen um die Kaufkraft zu steigern, als für möglichst viel Produktionschritte Maschienen anzuschaffen, und so zwar viel und produktiv Produzieren zu können, aber so auch wieder weniger Menschen die möglichkeit haben sich die Produkte auch kaufen können, und somit weniger Geld in die Wirtschaft fließt. Geld muss in bewegung bleiben und nicht vor wachsenden Ängsten der Menschen gespart werden. Denn das schlimmste was einer Wirtschaft passieren kann ist das zu viel Geld gespart und nicht ausgegeben wird.

Das Wunschdenken des Herren "Märchenman", das alle aus reiner Freude Arbeiten gehen und der Rest der Menschen das Geld verteil bekommt, funktioniert nicht, da Menschen nicht nur aus Freude Arbeiten sondern ebend um Geld zu verdienen, und das ebend auch möglichst viel um sich ebend auch nicht nur das nötigste leisten zu können sondern auch etwas drüber hinaus, und deshalb gehen Menschen auch Arbeiten und nicht allein weil ihnen nach gewisser Zeit zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Wenn es nur um das nötigste ginge, das können sich noch fast alles leisten, aber es geht ebend nicht nur um das nötigste. :wallbash:
Das die Arbeit nach möglichkeit auch spaß machen sollte bzw auch dem eigenen Interesse entspricht ist natürlich immer von Vorteil, aber nicht allein Entscheident.
Sorry, aber für mich sind diese Aussagen von Götz Werner völlig realitätsfremdes gewäsch.

Dieser Beitrag wurde von Win-Fan bearbeitet: 16. Juli 2005 - 14:30

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Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst eh nicht lebend raus.

#13 _Breaker_

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geschrieben 16. Juli 2005 - 22:09

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Was nützen höhere Angebotsmengen und daraus folgend sinkende Preise, wenn es kaum noch Menschen gäbe die sich diese auch kaufen können?

Genau deswegen könnte das funktionieren. Stell dir vor, jeder Mensch würde eine lebenslange Rentenzahlung erhalten, das heisst doch dann auch, jeder Mensch könnte sich das Mehrangebot auch kaufen.

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Die Zeiten wo es nur rein um den reinen Bedarf ging, sind schon längst vorbei.
Heut kauft man sich nicht nur neues weil es unbedingt nötig ist, sondern auch weil es einem gefällt, und je mehr Geld die Menschen haben um so mehr wird auch gekauft, egal ob es immer unbedingt nötig ist, was dann natürlich wiederum die Produktion steigert, Arbeitsplätze schafft, und somit mehr Menschen Geld verdienen um es so wieder in die Wirtschaft einfließen lassen zu können.

Mit der Zeit werden die Produktionsmöglichkeiten die Kaufwilligkeit der Käufer übersteigen. d.h. eine absolute Überproduktion wäre vorhanden, wenn immer mehr Arbeiter eingestellt würden.

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Also für mich spiegelt sich der Wohlstand einer Gesellschaft nicht in einer enormen Produktionsmenge wieder, sondern an der Lage der gesamten Gesellschaft, und dazu zählt nunmal hauptsächlich die finanzielle Lage bzw. Wohlstand der Gesellschaft. Das sollte einleuchten. :D

Laut obigem Beispiel gäbe es somit keine Armut mehr, da jeder eine Rente in Höhe von 1300-1500€ hätte. Das würde aufgrund von sinkender Produktionskosten für weit mehr als nur den Lebensunterhalt reichen.

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Also rein logisch wäre es also besser, möglichst viel Menschen zu beschäftigen um die Kaufkraft zu steigern, als für möglichst viel Produktionschritte Maschinen anzuschaffen, und so zwar viel und produktiv produzieren zu können, aber so auch wieder weniger Menschen die Möglichkeit haben sich die Produkte auch kaufen zu können, und somit weniger Geld in die Wirtschaft fließt. Geld muss in Bewegung bleiben und nicht vor wachsenden Ängsten der Menschen gespart werden. Denn das schlimmste was einer Wirtschaft passieren kann ist das zu viel Geld gespart und nicht ausgegeben wird.

Das Geld der Rente würde mindestens wieder zurückfliessen, warum denn das Geld sparen wenn man genau weiss das es nächsten Monat wieder fliesst?

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

...funktioniert nicht, da Menschen nicht nur aus Freude Arbeiten sondern ebend um Geld zu verdienen, und das ebend auch möglichst viel um sich ebend auch nicht nur das nötigste leisten zu können sondern auch etwas drüber hinaus, und deshalb gehen Menschen auch Arbeiten und nicht allein weil ihnen nach gewisser Zeit zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Wenn es nur um das nötigste ginge, das können sich noch fast alle leisten, aber es geht ebend nicht nur um das nötigste. :D 

Ja, genau. Und weil es eben immer Menschen gibt, die etwas besseres sein wollen als der Rest, würde das System funktionieren, denn spätestens diese würden Arbeiten gehen wollen um sich etwas aufbauen zu können, ob es jetzt der Wunschtraum des Feriendomizils in Australien ist oder ein Greenpeaceaktivist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat den Regenwald zu kaufen um ihn zu schützen.


Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Sorry, aber für mich sind diese Aussagen von Götz Werner völlig realitätsfremdes Gewäsch. Das Wunschdenken des Herren "Märchenman", das alle aus reiner Freude Arbeiten gehen und der Rest der Menschen das Geld verteilt bekommt...
<{POST_SNAPBACK}>

Ich gebe dir ja vollkommen Recht, es ist absolut realitätsfremd.
Aber man darf doch noch etwas rumspinnen :( .

Dieser Beitrag wurde von Breaker bearbeitet: 16. Juli 2005 - 22:10


#14 Mitglied ist offline   Win-Fan 

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geschrieben 16. Juli 2005 - 23:15

Zitat (Breaker: 16.07.2005, 23:09)

Genau deswegen könnte das funktionieren. Stell dir vor, jeder Mensch würde eine lebenslange Rentenzahlung erhalten, das heisst doch dann auch, jeder Mensch könnte sich das Mehrangebot auch kaufen.
Ja, aber auch kein bisschen mehr, was aber nicht zufriedenstellend ist, oder kaufst du dir nur einmal im Leben ein Auto um von A nach B zu kommen? Jeder hat auch das Bedürfniss sich ein besseres und schöneres Auto kaufen zu können um auch Bequem von A nach B zu kommen und auch einfach mal was neues will (oder da wir hier im PC Forum sind: viele kaufen oder würden sich auch gern einen neuen Rechner kaufen weil sie den alten satt gesehen haben oder uncool geworden ist, usw und nicht nur aus dem einen Grund das er für die Erfordernisse nichtmehr ausreicht. Ist doch so? Was natürlich wiederum gut für die Wrtschaft ist. ;D ), was aber nur mit Ersparnissen oder hohem Verdienst möglich ist. Schau dir die Rentner von heute an, diese leben meist auch grad von Monat zu Monat ohne größere Sprünge machen zu können. Und das kanns ja nicht sein, jeder Mensch hat das bestreben nach mehr im Leben, das hat nichts damit zutun, das sich manche für was besseres halten.

Zitat

Mit der Zeit werden die Produktionsmöglichkeiten die Kaufwilligkeit der Käufer übersteigen. d.h. eine absolute Überproduktion wäre vorhanden, wenn immer mehr Arbeiter eingestellt würden.
Das ist ja das Problem was mommentan schon herscht, zuviel Güter und zu wenige die es sich leisten können. Und das war auch das was ich an dem Herren bemengelt hatte, da er ja mehr Maschienen und höhere Produktion für den besseren Wohlstand der Gesellschaft hält.

Zitat

Laut obigem Beispiel gäbe es somit keine Armut mehr, da jeder eine Rente in Höhe von 1300-1500€ hätte. Das würde aufgrund von sinkender Produktionskosten für weit mehr als nur den Lebensunterhalt reichen.
Nein, leider nicht, da die Inflationsrate auch immer steigt, sowie Ölpreise, Strompreise und was weis ich noch alles. Das würde also nicht reichen. Und wer will schon wie gesagt auf Dauer immer nur vom nötigsten Leben? :D

Zitat

Das Geld der Rente würde mindestens wieder zurückfliessen, warum denn das Geld sparen wenn man genau weiss das es nächsten Monat wieder fliesst?
Nicht ganz. Die Menschen würden wie bissher sparen um sich auch mal was leisten zu können, was vom monatlichem Einkommen (Rente) bissher nicht geht. Und diese sparerei fürt wie schon immer zu verlusstängsten und somit immer weiter zum sparen. Und wer will das schon?

Zitat

Ja, genau. Und weil es eben immer Menschen gibt, die etwas besseres sein wollen als der Rest, würde das System funktionieren, denn spätestens diese würden Arbeiten gehen wollen um sich etwas aufbauen zu können, ob es jetzt der Wunschtraum des Feriendomizils in Australien ist oder ein Greenpeaceaktivist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat den Regenwald zu kaufen um ihn zu schützen.
Genau. Und genau desswegen, weil fast jeder sic im Leben was besseres leisten will, funktioniert das nur mit Arbeit. Und genau hier liegt das Problem an der idiotischen Einstellung des Herren, der es besser findet lieber möglichst viel Maschienen einzusetzten um möglichst viel Produzieren zu können. Und wer soll dieses Überangebot kaufen, wenn Arbeitsplätze fehlen und die Menschen sich von einem festgesetzten Betrag über die Runde schlagen müssen? Das ganze funktioniert so ebend nicht, das ist kompletter Unsinn vom Herrn Götz Werner. Das funktioniert nichtmal mit viel mühe zur Phantasie. :D

Zitat

Ich gebe dir ja vollkommen Recht, es ist absolut realitätsfremd.
Aber man darf doch noch etwas rumspinnen :P .
Hast recht, ganz ohne träumerei geht es nicht im Leben, und wäre auch langweilig so ohne Probleme die es manchmal zu lösen gilt. Stell dir nurmal vor man hätte Geld im überfluss. Das wäre auf Dauer auch irgendwie nicht die Erfüllung, sich immer alles kaufen zu können. Und Arbeiten dann nur aus Langeweile bringt es auch nicht, weil es dann erst recht langweilig wäre, da man dabei keine Herrausforderung hätte. So muss man zusehen das man einen Job bekommt wo möglichst viel Verdienst rausspringt um sich was leisten zu können usw. :(

Dieser Beitrag wurde von Win-Fan bearbeitet: 16. Juli 2005 - 23:22

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Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst eh nicht lebend raus.

#15 Mitglied ist offline   xploit 

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geschrieben 17. Juli 2005 - 11:22

Zitat (Win-Fan: 16.07.2005, 15:03)

Also rein logisch wäre es also besser, möglichst viel Menschen zu beschäftigen um die Kaufkraft zu steigern, als für möglichst viel Produktionschritte Maschienen anzuschaffen, und so zwar viel und produktiv Produzieren zu können, aber so auch wieder weniger Menschen die möglichkeit haben sich die Produkte auch kaufen können, und somit weniger Geld in die Wirtschaft fließt.

.... worauf läuft den der technische Fortschritt eigentlich hinaus?
Weniger Manufaktur, mehr Automatismen, oder? Willst du nur der Arbeitsbeschaffung wegen bis ins nächste Jahrtausend alle Menschen zwangsbeschäftigen?
Die Leute treten sich dann gegenseitig in der eigentlich vollautomatisierten Fabrik auf die Füsse, machen irgendwelche überflüssigen Arbeiten, treiben so den Preis für die produzierten Güter künstlich in die Höhe, und das nur weil sie unbedingt Geld verdienen müssen.
Dass das nicht funktioniert ist doch einleuchtend; vielmehr ist der Wunsch, möglichst viele Menschen beschäftigen zu wollen ein realitätsfremdes und vor allem ökonomisches Hirngespinst!

Zitat

Geld muss in bewegung bleiben und nicht vor wachsenden Ängsten der Menschen gespart werden.

hehe... richtig, sagt ja auch keiner was anderes... und Werner hat auch nichts gegenteiliges behauptet. Geld bleibt eben eher in der Bewegung, wenn ich weiss, dass regelmäßig Nachschub kommt -> Lebensrente 1.300 Euro...um das Geld geht es ja bei diesem Gedankenmodell auch weniger, sondern das Problem "Arbeitslosigkeit".

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