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eigenen Sicherheit überzeugt.
Doch die zusätzlich zur Umfrage erfolgte technische Überprüfung der Rechner zeigt, dass dieses Sicherheitsgefühl weitgehend der Grundlage entbehrt. Zwar haben 85 Prozent der Rechner eine Anti-Viren Software installiert, doch schon bei einem Drittel (67%) dieser Geräte wurde in den letzten 30 Tagen kein Update durchgeführt. Ähnlich verhält es sich bei Firewalls: 33 Prozent der Befragten benutzen eine Firewall-Lösung, aber fast drei Viertel der Hard- oder Software-Installationen waren nicht richtig konfiguriert.
Im Ergebnis waren folgerichtig 19 Prozent der Rechner mit einem Virus infiziert. Durchschnittlich wurden sogar 2,3 Infektionen pro Rechner gezählt. Doch dieses Ergebnis ist als verfälscht zu betrachten, denn auf einem der überprüften Rechner hatte man 203 verschiedene Viren gefunden.
Auch bei der Suche nach Spyware wurde man fündig: Die überwiegende Mehrheit (80%) der Rechner war mit Spyware infiziert. Allerdings gibt hier die Gegenüberstellung der Ergebnisse von Befragung und technischer Überprüfung interessante Einblicke in die Psychologie der Anwender.
In der Befragung geben immerhin 47 Prozent selbst an, dass sie von einem Spyware-Befall ausgehen. Und dafür haben viele von ihnen auch allen Grund, denn die Symptome sprechen für sich. Bei 43 Prozent hat sich beispielsweise die Homepage des Browsers plötzlich geändert und 40 Prozent der Befragten gaben an, bei Suchen auf andere Suchmaschinen umgelenkt zu werden, oder entsprechende Aufforderungen als Pop-Ups zu erhalten. Etwa die Hälfte (47%) der Befragten benutzte einen Pop-Up Blocker, der aber bei 63 Prozent vohn ihnen nicht zum Erfolg führte. Bei diesen Personen liegt daher die Vermutung nahe, dass ihre Nutzung des Rechners manipuliert wird, fremdbestimmt ist. Doch diese Wahrnehmung führt offenbar zu keinen Reaktionen.
Damit entsteht das Bild eines Anwenders, der die Spyware und in geringerem Maße die Viren-Verseuchung gewissermaßen billigend in Kauf nimmt. Das bestätigt sich auch in dem Umstand, dass 47 Prozent von einer typischen Träger-Software wie Kazaa oder Morpheus wussten und diese sogar teilweise selbst installiert hatten.
Doch dieses Bild einer Laissez-faire Nutzung steht im Widerspruch dazu, dass der weitaus größte (84%) Teil der Befragten den Rechner ernsthaft nutzt und die private Korrespondenz, den Lebenslauf, Unterlagen aus dem Arbeitsleben sowie Gesundheits- und Finanzinformationen auf der Festplatte speichert. 72 Prozent nutzen ihn sogar für "sensitive" Transaktionen wie etwa für das Online-Banking oder zur Verwaltung des Aktien-Portfolios.
So stellt sich bei Betrachtung der Ergebnisse das Gefühl ein, dass es hier weniger um ein Wissensdefizit hinsichtlich der Sicherheitsproblematik geht. Vielmehr scheint den Anwendern mehr oder weniger schon bekannt zu sein, dass sie gefährdet sind. Doch sie scheinen gleichzeitig diese Gefährdung ignorieren zu wollen und sich einem trügerischen Gefühl der Sicherheit hinzugeben. In dieser Situation dürfte die Wirkung von Informations-Kampagnen aber weitgehend verpuffen.
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