WinFuture-Forum.de: Meinungsfreiheit - WinFuture-Forum.de

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Meinungsfreiheit Diskussion

#46 _Dr Bakterius_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 30. März 2010 - 01:30

Ich glaube kaum das es eine ultimative Lösung gibt. Ich denke es geht einerseits nicht um Argumente sondern das man das Thema in der Spur behält und nicht in einer Privatfehde ausartet. Gut die Ursache hat ein Opfer gekostet und vielleicht im Verlauf werden es mehr. Als Mod und Co hat man es sicherlich nicht leicht, aber irgendwo muß halt eine Grenze gezogen werden gerade in Bezug auf dem Threat Starter. Hier sehe ich eher persöhnliche Sticheleien, auch auf die Gefahr hin das es ev. der letzte Eintrag für mich hier ist

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#47 Mitglied ist offline   Tiggz 

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geschrieben 30. März 2010 - 07:13

Totale Meinungsfreiheit kann es nicht geben. In der BRD wird die Meinungsfreiheit durch das Persönlichkeitsrecht, den Jugendschutz, das Strafrecht u.a. eingeschränkt und das ist auch gut so.

Zum Forum:

Im Forum gibt es die Meinungsfreiheit im Rahmen der Gesetze, den Forenrichtlinien , dem Themenbereich und des Niveaus , welches der Forenbetreiber wünscht.

Man kann in einem Forum so ziemlich alles durchgehen lassen, aber dann ist man schnell ein Sammelbecken für Trolle und das Niveau ist unterste Schublade. Deshalb ist es notwendig, daß das Forum in geordneten Bahnen geführt wird, um ein geordnetes und friedliches Miteinander zu gewährleisten.

Winfuture hat in den letzten Monaten vieles durchgehen lassen. Fast täglich gab es unterschwellige Beleidigungen, die nicht geahndet wurden oder es wurden Beiträge geschrieben, die nur dazu bestimmt waren Unruhe ins Forum zu bringen. Wenn es jetzt ein Opfer gefordert hat, dann ist es bedauerlich, aber jeder ist für seine Handlungsweise und die Konsequenzen selbst verantwortlich.

#48 Mitglied ist offline   klawitter 

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geschrieben 30. März 2010 - 11:01

@ Twisty:

Gut, ich habe Deine Äusserungen so interpretiert, aber wenn Du mir erklärst, dass ich Dich damit missverstanden habe, umso besser.

Zu der 'Argumentenkiste': Nein, ich erwarte und fordere Argumente schon garnicht dort, wo sie nicht hingehören und überflüssig sind. Ich habe nur für diese Diskussion darum gebeten. Ich glaube, ich muss dass jetzt kein weiteres mal klarstellen.


Zitat

Dazu müsste man gefühlskalt sein, denn sobald Emotionen ins Spiel kommen wird es nicht bei "Verkehrsregeln" bleiben. Und allein daran ergibt sich ein Dilemma.


Es kann ein Dilemma, sein, muss es aber nicht zwangsläufig. Dem Grunde nach hast du aber recht.

Zitat

Und sollte das Thema dauerhaft verfehlt werden, sollten einzelne User davon ausgeschlossen werden und nicht alle.


Das sehe ich grundsätzlich auch so und gleichzeitig auch die Antwort auf dein vorstehendes Zitat. Wobei hier das Dilemma viel grösser ist.

- wie lässt sich das umsetzen? Nur mit einer Schreibsperre, wenn der User nicht freiwillig auf Ermahnungen reagiert. Tut er das, ist die Sache leicht zu beherrschen. Wenns kracht, ist das jedoch meist nicht der Fall gewesen.

Da kommen die von dir angesprochenen Emotionen ins Spiel. Man möchte dem 'Störer' ja durchaus zugestehen, in einer emotionale Situation nicht nüchtern und ausgesucht höflich bleiben zu können. Am nächsten Tag wird er wahrscheinlich wieder der gewohnt friedliche Member sein.
Lässt er aber Ermahnungen ausser acht, zwingt er einen dazu, in der Situation strikter zu reagieren. Dann wird es aber erst richtig emotional. In Folge dessen übernehmen Andere den Diskussionspart des gesperrten und solidarisieren sich mit ihm, packen die Meinungsfreiheitskiste aus und dem Thread ist null geholfen. Bestenfalls kannst du dann gleich noch zwei, drei andere Leute sperren.

Im Anschluss daran kannst du nachlesen, dass du ganze Fraktionen wegen von dir unerwünschter Kritik kaltstellst...

Ohne eine tragfähige Loyalität untereinander geht das einfach nicht.
Eine sinnvolle Alternative ist es dann doch, den Thread zu schliessen, bis sich alle wieder beruhigt haben, ggf sich per PN ausgestauscht und geeinigt haben etc.

Damit kann man viel eher alle im Boot halten und drastischere Sanktionen vermeiden. Der Preis, der dafür gezahlt wird, ist, dass es zu gleichem Teil auf Kosten der 'friedlichen' User geschieht.
Dem steht aber die Abwägung voran, dass dem Thread auf andere Weise ohnehin nicht geholfen gewesen wäre.

Du siehst, ohne einen Willen seitens der User ist das ganze gar nicht 'friedlich' und transparent machbar.

Zitat

Wenn man keine Antworten bekommt, stellt sich irgendwann die Frage ob generell Fragen erwünscht sind. Genauso verhält es sich mit Verbesserungsvorschlägen oder (un)gewollter Kritik.


Mit der Frage warum und wieso wird der Moderator ohnehin anschliessend konfrontiert. Eine wahre Erklärung wäre, dass mit der Massnahme eine weitere Eskalation verhindert werden soll. Vollständig ist diese Antwort natürlich nicht. Dazu müssten Details zu den verursachenden Usern ausgeplaudert werden, z.b. dass in jüngerer Vergangenheit mehrfach schon wegen ähnlicher Regelverstösse Ermahnungen an ihn ergangen sind. Dieser User hat aber das Recht, dass diese Information nicht öffentlich breitgetreten und diskutiert wird. Und eindeutige Forumsregeln schliessen das auch aus.

Du siehst, vom Dilemma eine emotionalisierte Diskussion zu moderieren bis zur Frage der Meinungsfreiheit ist es ein sehr weiter Weg. Was ich eben beschrieben habe, hat samt und sonders nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, ist aber ein relativ typischer Verlauf, dem der Vorwurf der Beschränkung der Meinungsfreiheit stante pede folgt.

Wenn sich der Moderator dann noch auf diese Diskussion einlässt, darf er auch gleich die Frage beantworten: warum der und der andere nicht? Der Grund liegt natürlich in der Frage, wieviel und wie regelmässig sich verschiedene User daneben zu benehmen pflegen und wie sie sich gegenüber der Moderation zu verhalten pflegen.

Jemand, der sich aggressiv gibt und einen Konsens verweigert, hat dann natürlich einen schwereren Stand, als jemand, der meinetwegen genauso emotional daneben gelegen hat, sich aber einsichtig oder zumindest konstruktiv zeigt.

Zitat

Genauso verhält es sich mit Verbesserungsvorschlägen oder (un)gewollter Kritik.


Dem 'Genauso' möchte ich nicht zustimmen. Die 'ungewollte' Kritik halte ich für ein ebensolches Gespenst wie das Eingangsthema.

Dinge zu ändern und umzustrukturieren erfordert mitunter ordentlich Manpower, viele Punkte wurden schon mal diskutiert und beschlossen und es ist einfach unsinnig, diese Diskussion zu wiederholen.
An dieser Stelle empfindet mancher seine Kritik als ungewollt. Dazu muss man auch sagen, dass manche User ihre Kritik scheinbar auch verpflichtend für andere sehen. Woher dieser Impetus kommt, ist mir schleierhaft.

Soweit zu der einen Sichtweise.

Ich würde hier aber nicht schreiben, wenn ich nicht auch versuchen wollte, die gegenteilige Sichtweise zu verstehen und angemessene Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Im wesentlichen geht es mir um den Charakter latenter Generalvorwürfe. Eine vollständige Einigung zu allen Fragen ist natürlich utopisch, und alle können problemlos damit leben, wenn dem nicht so ist.

Wir wären aber alle schon einen riesen Schritt weiter, wenn wir diese vorschnellen Ableitungen etwas in den Griff zu bekommen versuchen und nicht bei jeder Irritation die immer gleichen User mit ihren Texten, die sie scheinbar in der Zwischenablage haben, in diese Kerben schlagen würden. Und damit nebenbei die Klärung und Konsensfindung von vornherein immens erschweren.
An meine Nase fasse ich mir dabei auch.





Beitrag anzeigenZitat (Taxidriver05: 30.03.2010, 01:33)

Verzeiht mir diese Bemerkung...

Aber, ich frage mich gerade ernsthaft, wo diese Diskussion hier gerade hinführen soll...



Ich denke, wir sind hier schon ein ganzes Stück vorangekommen...
Android ist die Rache der Nerds - weil wir sie nie auf unsere Parties eingeladen haben.

#49 _lustiger_affe_

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geschrieben 30. März 2010 - 13:34

Zitat

Totale Meinungsfreiheit kann es nicht geben. In der BRD wird die Meinungsfreiheit durch das Persönlichkeitsrecht, den Jugendschutz, das Strafrecht u.a. eingeschränkt und das ist auch gut so.
Das positive an diesem Wowereit mögest du mir bitte erklären, ich persönlich kann da nichts positives dran erkennen. Eher im Gegenteil, oftmals macht das selbst sachliche Kritik zunichte, wenn sich z.B. der ZdJ mal wieder angstrullert fühlt. Die USA steht da imho mit ihrem 'freedom of speech' weit besser da als wir und ich wüßte nicht, wo das nun groß geschadet haben soll, ausser bei Leuten, die sich sowieso zu wichtig nehmen.

#50 Mitglied ist offline   Tiggz 

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geschrieben 30. März 2010 - 14:00

Beitrag anzeigenZitat (funky_monkey: 30.03.2010, 14:34)

Das positive an diesem Wowereit mögest du mir bitte erklären,

Aus den Gründen die ich genannt hatte. Wenn z.B. das Persönlichkeitsrecht verletzt wird, kann man es nicht mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigen.

Art. 5 Abs. 2 regelt die Grenzen (Schranken) der Meinungsfreiheit:

Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

USA und 'freedom of speech' ist ein schlechtes Beispiel. Demagogen (z.B. Neozazis und Sekten) haben es in den USA leicht, ihren geistigen und menschenverachtenden Ausfluss unters Volk zu bringen.

In den USA gehört die Meinungsfreiheit (englisch freedom of speech) als 1. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu den Bill of Rights der Verfassung der Vereinigten Staaten. Dieses Recht wird dort traditionell sehr weit ausgelegt und schützt teilweise auch Äußerungen, die in anderen Ländern als Volksverhetzung, Angriff auf die Verfassung oder Anstiftung zu Straftaten gelten würden.

#51 _lustiger_affe_

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geschrieben 30. März 2010 - 14:54

Zitat

Demagogen (z.B. Neozazis und Sekten) haben es in den USA leicht, ihren geistigen und menschenverachtenden Ausfluss unters Volk zu bringen
Das ist aber doch kein Problem der 'free speech', das ist ein Problem der Bildung und Beinflußbarkeit der Menschen. Die selben Aussagen wie dort finden doch auch hier statt, wenn auch hinter vogehaltener Hand oder etwas subtiler, mir persönlich ist's direkt und frei von der Seele weg lieber.

Hierzulande bekäme man z.B. direkt auf den Deckel, wenn man die Meinung vertritt, dass A.H. nicht die schrecklichste Person/Herrschaft der Weltgeschichte darstellt, obwohl das anhand der Opferzahlen und Praktiken belegbar ist, dass es da schlimmere gab. Weit im linken Spektrum darf man sich aber auch nicht bewegen, sonst bekommt man auch wieder einen auf den Deckel, so dass im wesentlichen eigentlich nur ein Spielraum in der Mitte bleibt, das ist doch bescheuert, imho.

So extrem sind irgendwie nur wir deutschen, jedenfalls hab ich das persönlich noch nirgendwo krasser erlebt. Wenn man durch (gefakte) Emotionen rein sachliche Kritik unterdrücken kann, läuft imho etwas gewaltig schief und ich für meinen Teil möchte das nicht akzeptieren, welches Totschlagargument das Gegenüber auch immer auspackt.

Mal gespannt, wer mich auf Grund obiger Aussage jetzt wieder in die rechte Ecke stecken will :cheers:

Dieser Beitrag wurde von lustiger_affe bearbeitet: 30. März 2010 - 15:10


#52 Mitglied ist offline   DARK-THREAT 

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geschrieben 30. März 2010 - 15:37

Beitrag anzeigenZitat (Taxidriver05: 30.03.2010, 01:33)

Verzeiht mir diese Bemerkung...

Aber, ich frage mich gerade ernsthaft, wo diese Diskussion hier gerade hinführen soll...


Diese Frage stelte ich mir schon bei der 2 Seite dieses Themas. :cheers:
Ich mein, um welche Meinungsfreiheit soll es denn gehen?
Die Meinungsfreiheit in Deutschland, eines erwachsenden Menschen.
Die beschnittenen Freiheiten in der Kindheit und Jugend.
Die beschnittenen Freiheiten in zB diesem Forum.
Es gibt doch erstmal so viele Formen davon, so dass man es nicht allgemein über das Thema Meinungsfreiheit schreiben kann.

Ich konnte jetzt nicht alles in diesem Thread gut durchlesen (es steht einfach zu viel da), aber ich glaube es interpretieren manche etwas zuviel in Aussagen anderer User. Dadurch kommt es immer zu Missverständnisse wie in den letzten Tagen.

Peace.

#53 Mitglied ist offline   klawitter 

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geschrieben 30. März 2010 - 17:59

Es geht ja nicht um grundlegendes Rechtsverständnis, sondern die Frage, ob in diesem Forum willkürliche Moderation oder die Persönlichkeitsrechte anderer User die Grenzen der freien Meinungsäusserung darstellen und ob die Regeln dieses Forums dem geltenden Recht oder einer Zensur entsprechen. Und wie das gesehen wird.
Wobei es durchaus auch interessant ist, hier etwas zu ersterem zu hören/lesen.

- Wo das hinführen soll ? -

Hab ich mir zeitweise auch gedacht. Bei manchem Beitrag hab ich mich gefragt, was das soll und wozu das beitragen soll. Nachdem ichs runtergeschluckt habe, ist mir klar geworden, welchen Wert das doch hat: Es gibt Antworten darauf, wie andere ticken. Ob man darüber jetzt im einzelnen diskutieren will/muss, ist eine andere Frage.

Und eines noch: Missverständnisse, die sich anschliessend salomonisch aus der Welt schaffen lassen, sind kein Anlass zu strikten Sanktionen. Die gibt es bei massiven und wiederholten Regelverstössen. Aber das ist hier ja auch nicht das Thema.
Android ist die Rache der Nerds - weil wir sie nie auf unsere Parties eingeladen haben.

#54 Mitglied ist offline   ...but alive 

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geschrieben 01. April 2010 - 14:22

Ich möchte hier nicht unnötig mit dem Zeigefinger auf Andere deuten, weil ich sehr genau weiß, dass jeder, der das tut, mit den 3 restlichen Fingern auf sich selbst deutet, aber es gab hier mal im Forum einen User, dem es auf das Allerglänzendste gelang, komplette Diskussionen mit Hilfe eines einzigen Wortes am Ende seiner Beiträge erfolgreich zum Entgleisen zu bringen oder zumindest total zu kapern, so dass sich der Rest der "Diskussion" nur noch um ihn und sein Lieblingswort drehte...

Exakt dieser User hat sich immerfort auf die Meinungsfreiheit & Toleranz der Anderen berufen, während bei ihm selbst natürlich nichtmal ansatzweise auch nur ein Hauch von Toleranz vorhanden war...

Wir haben daraus gelernt, dass sowas durchaus durchgeht.


Perspektivenwechsel
Ich finde es lächerlich, über Forumsregeln diskutieren zu müssen.
Winfuture bezahlt Server, auf denen liegt ein Forum. Jeder darf mitmachen, wenn er die Regeln vorher akzeptiert, keiner wird gezwungen. Das gibt es zigtausendmal im Internet zu einer Themenvielfalt von A wie Aquariumsfreunde Hintertupfingen bis Z wie Zoophilieverein Deutschland e.V.

Ich find das auch ganz klasse so und würde mich niemals in einem kostenpflichtigen Forum anmelden.

Überall gibt es Gesprächsregeln wie z.B. das Verbot von "fullquotes" oder Doppelpostings oder oder oder... bis zum erwünschten Umgangston (aka "Netiquette"). So what? Man unterschreibt eben nicht, wenn's einem nicht zusagt...


Es gibt zwei Berufe, für die man keinerlei Bildung mitbringen muss:
der erste ist Politiker und der zweite Forenmoderator

Die Frage ist, ob die Moderatoren ihre selbsterdachten Regeln auch durchsetzen können - und das ist offensichtlich nicht ganz so einfach, denn dazu gehören Fähigkeiten, die nicht jedem Menschen gegeben sind, genauso wie nicht jeder Mensch pünktlich zu seinem 18. Geburtstag zu einem verantwortungsvollen, reifen und (geistig) erwachsenen Mitglied der Gesellschaft wird - manche werden es erst mit 25 oder 30 - und einige bleiben ihr ganzes Leben lang infantil...

Wir haben hier ein ganz offensichtliches Problem:
Denn ein Moderator muss die Regeln erstens kennen und zweitens sich auch (selbst) daran halten (können).
Das hört sich zunächst einmal trivial an, aber ein Schiedsrichter, der sich selbst nicht an die Regeln hält, wird zwangsläufig jedes Spiel ruinieren: Die Fans sind enttäuscht, die Fans bleiben fort, das Stadion steht leer, der Verein geht pleite - herzlichen Dank, Herr Schiedsrichter!

Im Übrigen muss ein Moderator geistig so reif sein, dass er sich selbst und seine Meinungen/Ansichten/Vorlieben zurücknehmen kann. Das ist wiederum nicht jedem gegeben - wer das nicht glaubt, schaue sich eine durchschnittliche Partie Left 4 Dead im Internet an... ich habe schon lange den Überblick verloren, wieviele Spiele durch Egomanen zerstört wurden... und Left 4 Dead bestraft das sofort - entweder man spielt sozial und kooperativ oder man bleibt bereits im ersten Abschnitt der Kampagne hängen, weil einer in feinster Rambo-Manier 2km vorausrennt und dem Team die Pillen wegfrisst...

Von daher fand ich es ganz amüsant, als einer einbrachte, dass er bleiben wolle, wenn man ihn doch bloß damals mit Moderatorenrechten geadelt hätte...
Irgendwie scheint das Moderator-Sein eine ganz besondere Auszeichnung für viele darzustellen... (ich frage mich ernsthaft, warum?) Oder gar die ultimative Verwirklichung ihrer Allmachtsphantasien, weil sie dann endlich jedem ihrer Intimfeinde gepflegt einen reinwürgen können... (siehe oben: was einen Moderator auszeichnet und was eben nicht)


Kostenloser Techsupport
Nun, winfuture ist nicht das erste und mitnichten das einzige Internetforum zu "Computerthemen".
Äußerst interessant ist da ein Vergleich mit der Evolution des bekannten Tweakguides-Forums -> http://forums.tweakg...read.php?t=1781

Koroush (der Betreiber und Gründer von TG) stellt dort die These auf, dass alle Forennutzer auf eine Sache abfahren: Kostenlosen Techsupport, sprich: Es wird erwartet, dass Leute in dem Gratisforum meiner Wahl Gewehr bei Fuß stehen, um alle meine Probleme zu lösen - von Win7-Installationsdusseligkeiten bis zu verzwickten Hardwareabstimmungen - man will ALLES! SOFORT! GRATIS! Volle Aufmerksamkeit, Egostreicheleinheiten und Löffelchenfütterung inklusive, versteht sich...

Nun ist winfuture aber nur der Bereitsteller der Plattform. Den kostenlosen Techsupport liefern anerkannte User, die (so will mir manchmal scheinen) überhaupt kein Leben neben dem Beantworten von Fragen besitzen. Das sind so verdiente Mitglieder wie klawitter oder eben EDDP.
Jetzt kommt allerdings der Clou: Ohne diese aktiv beitragenden Helfer mit Mutter-Theresa-Komplex wäre dieses Forum hier eine Geisterstadt - so wie tausende Foren auf Privathomepages, wo einmal im Monat ein Beitrag geschrieben wird. Foren leben essentiell vom Netzwerkeffekt - je mehr Leute mit je mehr Fachwissen je mehr Beiträge schreiben, je mehr Fragende fühlen sich von diesem Honigpott angezogen...


Und jetzt wirds auch noch ökonomisch...
Winfuture will - wie jedes andere kapitalistische Unterfangen auch - am Ende des Tages Gewinn machen. Möglichst viel Gewinn. [Kein Unternehmen dieser Welt will die Welt verbessern, das ist bestenfalls ein unbeabsichtigter Nebeneffekt und natürlich die nach außen getragene Markenpropaganda...]
Alles, was jemanden, der Werbeanzeigen schaltet, interessiert, sind die Anzahl der daily unique visitors und speziell in Foren die stumpfe Quantität der Mitgliederzahlen...

Es ist kein Zufall, dass der Pirate Bay zu den 100 beliebtesten Webseiten weltweit zählt - ich habe letztens eine äußerst lesenswerte Studie gesehen, der man entnehmen konnte, dass im vermeintlich kostenlosen p2p-Getausche eine einzige Partei doch tatsächlich massive Gewinne einfährt! ...und das ist der Platformbereitsteller!

Nun haben wir gerade herausgearbeitet, dass dieses Forum als winfuture-Anhang mit seinem kostenlosen Techsupport für einen gehörigen Mehrwert sorgt. Das GENIALE dabei ist, dass alle Leute, die sich hier stellenweise den Arsch aufreißen, das ganze unbezahlt und freiwillig machen!
[Exakt so wie die Content Uploader auf dem PB. Was wäre, wenn niemand was hochladen würde? Die Webseite wäre öde und leer und garantiert nicht in den Top100, geschweige denn in den Top1000]

Ökonomisch gesehen ist das verdammt nah an der Erfindung eines Perpetuum Mobiles.
[Faktisch sind Internetforen schon Web 2.0 gewesen, bevor der Begriff überhaupt erfunden wurde]

Winfuture muss "lediglich" die Plattform bereitstellen (stark vereinfachend gesprochen, mir ist bewusst, dass das Geld kostet - nur können wir davon ausgehen, dass mehr dabei herausspringt, als dass es kostet, weil es sonst schon längst eingestellt worden wäre. Wie gesagt, wir reden hier vom neuen Gesicht des Kapitalismus im Netz und das ist kein Ponyhof zum Selberstreicheln...).
Die nötigen Mutter Theresas finden sich dann schon von selbst... wahrscheinlich kloppen sie sich sogar - im wahrsten Sinne des Wortes - auch noch um Moderatorprivilegien und Rekordbeitragszahlen...


Unter diesem Gesichtspunkt beleuchtet kann ich nicht verstehen wie man dermaßen hirnverbrannt sein kann, die eierwollmilchspendenden "Nutztiere" zu schlachten [= ban] oder aus dem eigenen Stall [= Forum] zu kicken und damit faktisch in die Arme der zwo-nuller-Konkurrenz zu treiben...

Hier die aktuelle Statistik:

Zitat

823 Gast/Gäste, 32 Mitglied(er), 2 anonyme® Besucher

Jetzt muss man kein Mathegenie sein, um zu sehen, dass die Verteilung Leecher vs. Seeder sry, meinte natürlich Gäste vs. Aktive bei über 25:1 liegt (in Worten: fünfundzwanzig zu EINS) - wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass nicht jeder dieser 32 Mitglieder ein hochkarätiger techsupportender Vielschreiber und Vielhelfer ist, sieht's richtig "rosig" aus...

Tja, da freuen sich jetzt wohl computerbase & Co. über den regen Zulauf aus diesen Gefilden...


Mir kommt das Ganze beinahe so vor, als legte es winfuture absichtlich darauf an, sich selbst den Kopf abzutrennen, um dann mal zu gucken, ob die Chose nicht "auch so" weiterläuft. ...könnte allerdings ein ziemlich kurzer Störtebeckergang werden...

...denn erst wenn der letzte wertvolle aktive Fragenbeantworter verwarnt, gekickt und gebannt ist, wird winfuture wohl feststellen, dass Greenpeace nachts ein dicker Webserver noch kein Forum macht...


Sehr amüsant dazu fand ich Skaven's Sicht auf die Dinge:

Zitat

3. [...] ich sehe es einfach so, dass keiner von uns (dem Team) sich beleidigen lassen muss nur weil er hier freiwillig hilft. Ich denke einfach, dass das Team hierfür einen gewissen Respekt verdient hat. Beiß niemals die Hand die dich füttert.


Ich denke der Monkey hat dazu bereits die entscheidende Frage gestellt ->
Denn: Wer füttert hier eigentlich wen?
Ich stimme ihm allerdings nicht zu, was die Voraussetzungen an einen guten Moderator betrifft, denn da bin ich der Meinung, dass auch das Moderieren gelernt sein will und die Lesefähigkeit ja wirklich mal das blanke Minimum an "Skills" darstellt (s.o.)


Um es zum Schluss mal positiv zu formulieren:
Ein gutes Forum hat man dann, wenn sich alle Schreiber an die Regeln halten und konstruktiv und sachlich miteinander ihre Meinungen austauschen und von kompetenten Moderatoren unterstützt werden.

Ich habe selbst häufig genug erlebt wie einem Experten das Maul geknebelt wurde, weil er nichts anderes getan hat, als Dinge RICHTIGZUSTELLEN mit seinem Fachwissen, während unverbesserliche Trolle oder Firmenfanboys natürlich Gift und Galle kotzten. Ein Moderator sollte schon in der Lage sein, einen Troll zu erkennen und ihn zu stoppen anstatt einen weiteren sozialen Experten zu vergraulen, weil man die Trollkotze ungehindert stehenlässt... und ja, in vielen Bereichen gibt es "richtig" vs. "falsch".

Diejenigen, die sachlich und mit Wissen diskutieren können, sollten jederzeit gefördert werden vor denen, die Bullshit reden oder anfangen, die Diskussion auf die persönliche Ebene runterzuziehen.

Dieser Beitrag wurde von ...but alive bearbeitet: 05. April 2010 - 17:09


#55 Mitglied ist offline   DARK-THREAT 

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geschrieben 01. April 2010 - 17:30

Der Scherz soll doch noch klappen.... ;D

Peace.

#56 Mitglied ist offline   ...but alive 

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geschrieben 01. April 2010 - 23:27

Zitat

Meinungsfreiheit
Zusätzlich zu den Tipps unten hilft eventuell ein Registry-Scan: Nervige Grundrechte lassen sich oft mit einem
Aufräumen der Userdatenbank beheben. In der Regel läuft und startet das Forum danach auch wieder schneller!


Das nennt man dann wohl Metawitz...

Dieser Beitrag wurde von ...but alive bearbeitet: 05. April 2010 - 00:36


#57 Mitglied ist offline   Computer 

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geschrieben 01. April 2010 - 23:42

Ich find das einfach nur grotesk und peinlich ... Wollen wir hoffen das im Smalltalk keiner einen Thread aufmacht, wo es einfach um eine schwere Erkrankung, ermordete Menschen oder beispielsweise einfach nur um die jüngsten Sprengstoffanschläge in Russland (aktuelles Beispiel) geht. Wie das wohl nach Außen wirkt ...

Anstatt Meinungsfreiheit möglicher Threadtitel: "Wieder ist ein Kind verhungert und Kind verdurstet"
Zusätzlich zu den Tipps unten hilft eventuell ein Registry-Scan: Nervige Windows-Fehler lassen sich oft mit einem Aufräumen der Windows Registry beheben. In der Regel läuft und startet Windows danach auch wieder schneller!

Anstatt Meinungsfreiheit möglicher Threadtitel: "Sprengstoffanschlag in ... mit ... Toten"
Zusätzlich zu den Tipps unten hilft eventuell ein Registry-Scan: Nervige Windows-Fehler lassen sich oft mit einem Aufräumen der Windows Registry beheben. In der Regel läuft und startet Windows danach auch wieder schneller!

Laßt das bitte mal auf euch einwirken ...

Angehängte Miniaturbilder

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Dieser Beitrag wurde von Computer bearbeitet: 02. April 2010 - 00:37


#58 _lustiger_affe_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 02. April 2010 - 14:26

@...but alive, langer Text, aber 100% Zustimmung.

#59 _The Grim Reaper_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 02. April 2010 - 14:57

@ ...but alive: Das ist die Sig wert :unsure:

#60 Mitglied ist offline   Twisty 

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  • Reputation: 0

geschrieben 02. April 2010 - 23:12

klawitter sagte:

Wobei es durchaus auch interessant ist, hier etwas zu ersterem zu hören/lesen.

Die Frage die mir durch den Kopf geht, willst du das überhaupt. Denn bisher bist du ziemlich verhalten oder passiv.

Und was mich stört, dass habe ich in einem anderen Thread schon geäußert, es wird immer mehr am Anfang eines Beitrages versucht sich vom eigenen Text zu distanzieren. - Es stellt sich also die Frage ob es gewollt ist oder durch generelle Verunsicherung in Erscheinung tritt. Da ich dieses Phänomen auch bei User vernehme, die solche Aussagen bisher noch nie getätigt haben, glaube ich an letzteres.

Jetzt kommt die Frage was hat das mit Meinungsfreiheit zu tun? - Diese vermehrte Reaktion ist die Antwort auf eure Maßnahmen. Kann man von freier Meinung sprechen, wenn User wegen Bedenken oder Angst einer Sanktion sich vom eigenen Text distanzieren oder diesen Text "durch die Blume" schreiben?
Es geht mir nicht darum das eure Maßnahmen vollkommen daneben sind, sondern um die Frage ob ein solches Verhalten seitens der User in eurem Interesse war/ist. Und wie es dazu gekommen ist.

klawitter sagte:

Wobei hier das Dilemma viel grösser ist.

Natürlich ist es größer, das streite ich auch nicht ab. Nur wäre das ausschließen der Störfaktoren die bisher gerechte Lösung. Das dies nicht möglich ist, liegt zum großen Teil an der Technik und damit deinen beschränkten Möglichkeiten.

Ich kann nur sagen das Urne in meinen Augen bisher das beste Maß gefunden hat, was die Moderation angeht. Bei zu hitzigen Diskussionen wird der Thread mit einem Verweis vorübergehend geschlossen um später den Thread für den Rest wieder zu öffnen. Das dies schief geht, belegen einige Beiträge, wo einzig die Störfaktoren weiterhin ihr Weltbild verteidigen. Dann wird leider der gesamte Thread geschlossen. Aber gerade in einem solchen Fall, würde der Ausschluss einzelner User Sinn machen, auch wenn das technisch nicht möglich ist.

klawitter sagte:

Eine wahre Erklärung wäre, dass mit der Massnahme eine weitere Eskalation verhindert werden soll.

Es ist nicht transparent. In manchen Situationen ist einfach für den User nicht ersichtlich, weshalb der Beitrag geschlossen/verschoben/gelöscht wurde. Und da immer wieder gern nur "/close" oder gleich gar nichts als Grund angegeben wird, bleibt der User mit keiner (oder unzufriedenen) Antwort zurück.

klawitter sagte:

Dazu muss man auch sagen, dass manche User ihre Kritik scheinbar auch verpflichtend für andere sehen. Woher dieser Impetus kommt, ist mir schleierhaft.

Das ist im Grunde die gegenteilige Antwort, wenn es von Teammitgliedern inhaltlich heißt: "Wenn das Forum so Scheiße ist, dann geh doch!".

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