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Kernenergie in Deutschland Wie steht Ihr zu den Laufzeitverlängerungen?

Umfrage: Wie steht ihr zur... (30 Mitglieder haben abgestimmt)

... Atomkraft in Deutschland?

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... (vorübergehenden) Auserkraftsetzung der Laufzeitverlängerung der AKWs?

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... politischen jetzigen Situation im Hinblick auf unsere AKWs? (Mehrfachauswahl)

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#1 Mitglied ist offline   Mr. Floppy 

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geschrieben 15. März 2011 - 00:03

Nach den verheerenden Ereignissen in Japan ist die Debatte um die Laufzeitverlängerung der AKWs wieder entbrannt. Ich wüßte gern, wie Ihr darüber denkt und würde gern meine Meinung dazu kundtun.

Prinzipiell ist die Kernenergie eine tolle Sache. Mit relativ wenig Brennstoff kann man viel Energie produzieren. Dummerweise verlangt die Kernenergie aber nach 100%iger Sicherheit, die aber illusorisch ist. Soll heißen, wenn was schiefgeht, dann richtig. Da hilft es auch nicht, wenn man allen denkbaren Störfällen mit doppelten und dreifachen Sicherungssystemen begegnet, weil eben die undenkbaren Situationen das Problem sind. Ich bitte, von dämlichen Vergleichen mit dem Autoverkehr Abstand zu nehmen. Ein Verkehrsunfall betrifft nur die beteiligten Personen. Im Gegensatz zu einem GAU, muß man um die Unfallstelle nicht über Jahrtausende einen großen Bogen machen.

Natürlich kann man nicht von heute auf morgen alle AKWs abschalten. Mit Laufzeitverlängerungen setzt man aber meines Erachtens das falsche Signal. Wer soll denn in regenerative Energien investieren, wenn Atomstrom dank enormer Subventionen konkurrenzlos billig gehalten und auf unbestimmte Zeit aufrecht erhalten wird? Wer sagt denn, daß in 10 - 20 Jahren wirklich Schluß damit ist? Dann kommt halt die nächste Verlängerung. Die Politik sollte endlich mal einen Arsch in der Hose haben und offen aussprechen, daß es schlicht und einfach ums Geld geht. Für die Betreiber der AKWs sind diese reine Gelddruckmaschinen. Wenn man den Medien glauben darf, macht man mit einem einzigen AKW pro Tag 1 Million Euro Gewinn. Und der Staat verdient dabei natürlich fleißig mit. Zugeben will das natürlich niemand, es geht immer nur um die Versorgungssicherheit Deutschlands. Das wir nicht wenig Strom in unsere Nachbarländer exportieren, wird dabei gern unter den Tisch gekehrt. Wenn man das ein oder andere AKW abschalten würde, ginge bei niemandem das Licht aus. Das Einzige, was passieren würde, wäre, daß die Energiekonzerne weniger Gewinn machen.

Das ist alles kein Problem, solange es gut geht. Sollte es aber zu einem GAU in einem deutschen AKW kommen, wäre ein Großteil Deutschlands oder sogar Europas auf Jahrtausende verseucht. Kein Geld der Welt rechtfertigt dieses Risiko! Die Betreiber sacken also kräftig Gewinne ein und der Staat, also wir alle, darf sich um den Rest kümmern. Die Energieunternehmen sind gegen einen Unfall nicht mal ansatzweise versichert - das wäre auch viel zu teuer. Die Versicherungssumme beträgt pro Kraftwerk etwa 2,5 Milliarden Euro. Tatsächlich würden Kosten von bis zu 50 Billionen Euro entstehen. Das ist eine ganz andere Größenordnung. Und auch der Preis pro kWh ist nur deshalb so gering, weil man u.a. die Endlagerung des Atommülls auf den Staat abwälzt. Was kostet es wohl, tausende Tonnen Atommüll über Jahrtausende hermetisch abzuschließen? Mal abgesehen davon, daß es auf der Erde nie ein sicheres Endlager geben wird. Wir sprechen hier über Zeiträume, die kein Mensch überblicken kann. Wir können uns nicht mal sicher sein, daß nachfolgende Generationen überhaupt die Warnschilder lesen können, die auf ein Endlager hinweisen. Wenn die alten Ägypter Atommüll in ihren Pyramiden eingelagert hätten, wäre das wohl auch erst bemerkt worden, wenn die ersten Leute verstrahlt worden wären. Die Hieroglyphen konnte anfangs jedenfalls keiner mehr entziffern. Und das nach nur 4000 Jahren.

Ich bin jedenfalls für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie. Selbst wenn man Geld wie Heu hätte, kann man ein verseuchtes Gebiet nicht mehr bewohnbar machen. Es kann doch nicht sein, daß wir uns darauf verlassen, daß schon nichts passieren wird. Wir haben die Technik nicht soweit im Griff, wie es nötig wäre. Solange Menschen mit im Spiel sind, wird es immer Störfälle geben. Die Frage ist nur, wie heftig diese ausfallen. Ich finde es zum Kotzen, daß immer erst was passieren muß, bevor den Leuten ein Licht aufgeht. Es wird aber so laufen wie immer. In ein paar Wochen gibt's irgendeine neue Katastrophe und das Ganze gerät nach und nach in Vergessenheit. Nach den Wahlen kommt dann nach "eingehender Prüfung" heraus, daß unsere AKWs "absolut sicher" sind und alles geht so weiter wie bisher.

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#2 _The Grim Reaper_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 15. März 2011 - 00:18

Wie man sieht, ist keine Anlage sicher und da sie nicht einfach heruntergefahren werden kann, sind Probleme vorprogrammiert. Mir ist es auch schleierhaft, wieso man nicht in der Lage sein sollte, mit all seinen Kräften, mal ebend so eine Anlage notzukühlen. Es scheint nicht machbar zu sein bzw will wohl keiner recht dafür bezahlen oder es hapert wieder an bürokratischen Stellen bzw. dauert zu lange, bis mal was passiert.

Die Folgen im Falle einer Katastrophe interessieren leider auch nicht wirklich (geht schnell unter) und ob die Bevölkerung nun leidet, oder nicht, braucht die Reichen nicht zu stören. Sie wohnen ja weit weg. Gleiches mit dem Abfall. Man möchte ja nur Geld scheffeln mit so wenig Aufwand wie nur möglich.

Doch wir sollen nur so viele Kraftwerke wie nur möglich haben. Es macht keinen Unterschied. Die Welt ist so krank, dass ich jeden Tag auf den großen Knall warte.

Bevor jetzt Leute wegen Vorfällen -> Störfälle kommen:

Zeigt mir bitte eine wartungsfreie (verschleißfreie) Anlage - wer sowas schafft, bekommt den Nobelpreis.

#3 Mitglied ist offline   Mr. Floppy 

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geschrieben 15. März 2011 - 00:32

Zitat

Wie man sieht, ist keine Anlage sicher und da sie nicht einfach heruntergefahren werden kann, sind Probleme vorprogrammiert.
Genau das ist das Problem. Selbst wenn man sich gegen alle erdenklichen Situationen absichern würde, was keiner bezahlen könnte, würde immer ein Restrisiko bleiben. Egal wie unwahrscheinlich das wäre, es könnte trotzdem eintreten. In Japan ist man davon ausgegangen, daß so ein starkes Beben wahrscheinlich nicht stattfinden wird. Ironischerweise haben die Reaktoren das Beben relativ unbeschadet überstanden, das Problem war der anschließende Tsunami. Das Grundproblem ist aber dennoch der damit einhergehende Stromausfall. In Deutschland sind wir vor derartigen Naturkatastrophen relativ sicher. Für Stromausfälle gilt das leider nicht. Man muß nicht sonderlich kreativ sein, um sich ein Szenario für den Ausfall der Sicherungssysteme einfallen zu lassen.

Zitat

Die Welt ist so krank, dass ich jeden Tag auf den großen Knall warte.
So schwarz sehe ich das dann doch nicht. Auch wenn unsere Nachbarn weiterhin auf Kernkraft setzen, muß uns das ja nicht davon abhalten, mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Österreicher haben sich per Volksentscheid gegen die Atomkraft ausgesprochen, uns hat niemand gefragt.

Dieser Beitrag wurde von Mr. Floppy bearbeitet: 15. März 2011 - 00:43


#4 _The Grim Reaper_

  • Gruppe: Gäste

geschrieben 15. März 2011 - 00:37

Beitrag anzeigenZitat (Mr. Floppy: 15.03.2011, 00:32)

So schwarz sehe ich das dann doch nicht....

Ich auch nicht. zZ sehe ich noch schwarz-gelb.

#5 Mitglied ist offline   Mr. Floppy 

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geschrieben 15. März 2011 - 00:38

Bei allem Ernst, der war echt gut ;D

#6 Mitglied ist offline   Twisty 

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geschrieben 15. März 2011 - 02:25

Mr. Floppy sagte:

Natürlich kann man nicht von heute auf morgen alle AKWs abschalten. Mit Laufzeitverlängerungen setzt man aber meines Erachtens das falsche Signal.

Das falsche Signal setzen die Kasper in der Politik. Allen voran die Mutti der Nation die mal wieder ihr Volk belügt indem sie sagt, die deutschen AKW seien die "sichersten der Welt". Ähm, ernsthafte Frage. Wann wurden die letzten AKW gebaut? Mein Tipp, damals gab es noch eine Mauer und kein Modern Talking.
Die amerikanischen und russischen Reaktoren gehören der dritten Generation von Kraftwerken, während die von uns deutschen zur zweiten Generation zählen. Wie kann also ein Oldtimer das sicherste Auto sein, wenn er nicht einmal die grundlegenden Sicherheitskonzepte der heutigen Zeit erfüllen kann?! Ich halte diese Aussage von F.. Merkel für eine unlautere Äußerung, die bewusst als Täuschung benutzt wird. Auch das 3 Monatige Moratorium dient nur als Ablenkung, man könnte das Moratorium auch auf locker 3 Wochen ansetzen. Dient aber dann nicht mehr der eigenen Machterhaltung
Die Kraftwerke Neckarwestheim I, Biblis A und Biblis B müssten im Grunde schon vorgestern abgeschaltet worden sein, sind sich dank der Betriebserlaubnis von Schwarz-Gelb nicht und daran wird sich ohne Grund auch nichts ändern. Merkel meinte zwar, sie wolle sich mit den Betreibern treffen um das weitere vorgehen auszuloten aber was soll dabei rauskommen? Es wird mit 100% Sicherheit ein fauler Kompromiss werden. Die beanstandeten Kraftwerke werden abgeschaltet und dafür dürfen sicherlich die "neuren" Kraftwerke länger laufen oder der Steuerzahler darf das Abrüsten bezahlen.

Interessant finde ich zu dem das Mappus plötzlich gegen die Laufzeitverlängerung ist, obwohl er doch vor einem halben Jahr noch eine Verlängerung bis 15 Jahren befürwortet hatte. Damit sollte einem bewusst werden warum diese Farce überhaupt stattfindet.

#7 Mitglied ist offline   dale 

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geschrieben 15. März 2011 - 11:36

Das Problem mit der Kühlung kommt wohl daher das die aussernrum viele Anlagen durch die Welle verloren haben schaut mal hier http://www.digitalglobe.com/downloads/DG_A...r_March2011.pdf

Das Erdbeben war nicht das Problem sondern die 0,5 Meter die die Welle zu hoch war..

Ich finds aber Schwachsinn was hier in DE nun abläuft denn das ist nur weil in 2 Wochen Wahlen sind nach den Wahlen kräht kein Hahn mehr danach.

Dieser Beitrag wurde von dale bearbeitet: 15. März 2011 - 11:48

Heute schon Datensicherung gemacht?
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#8 Mitglied ist offline   TheBrain 

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geschrieben 15. März 2011 - 11:59

Ein paar Gedanken von mir:

Die uralten AKWs in Deutschland sollten SOFORT vom Netz gehen und auch DAUERHAFT/EWIG abgeschaltet bleiben.

Für die AKW-Betreiber dieser tickenden Zeitbomben wäre das natürlich ein Riesenverlust, denn ein AKW, das seine geplante Laufzeit hinter sich hat ist eine wahre Gelddruckmaschine. NIRGENDWO anders werden solch enorme Gewinne eingefahren... Habt ihr etwa gewusst, dass Kraftwerksbetreiber mit einem alten, abgeschriebenen Atomkraftwerk eine Million Euro am Tag verdienen ?

Und die tolle Merkel hat jetzt (erst) erkannt, dass das Unwahrscheinliche doch wahr werden kann (wenn es keine Wahlkampflüge ist, dass sie die alten AKWs jetzt genau überprüfen wollen)... Manchmal frage ich mich echt wie blöd Menschen sein können !

Atomkraft war, ist und und wird es auch immer sein:
Ein unkalkulierbares Risiko - Ein Spiel mit dem Tod - Es ist nur eine Frage der Zeit


AKW-Betreiber gehören vertraglich verpflichtet ANGEMESSENE finanzielle Rücklagen Entschädigungen - für Mensch und Natur - zu schaffen für den Fall des Falles (Super-GAU)... dann würden sie ganz ganz schnell auf alternative Energieformen umschwenken ! (und 250Mio. oder wie geplant 2,5 Mrd. in Deutschland sind - bei nem richtigen SuperGAU - nur ein Tropfen auf den heissen Stein denke ich, wobei andere Länder weit mit ihrer Deckungssumme der Versicherung darunter liegen).

Überhaupt AKWs zu bauen, solange man noch keinen 100% sicheren Standort für ein Endlager hat hätte von Anfang an verboten gehört, das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand, aber den sucht man ja bei vielen Politkern vergebens.

Mein Respekt und auch Dank gilt heute noch den 800.000 Liquidatoren von Tschernobyl, die ihre Gesundheit / ihr Leben opferten und somit viele MIO. Menschenleben retteten, denn Tschernobyl hätte noch viel, viel schlimmer ausgehen können.

ATOMKRAFT - NEIN, DANKE !

Dieser Beitrag wurde von TheBrain bearbeitet: 15. März 2011 - 12:15


#9 Mitglied ist offline   Stefan_der_held 

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geschrieben 15. März 2011 - 12:04

Beitrag anzeigenZitat (Mr. Floppy: 15.03.2011, 00:03)

Nach den verheerenden Ereignissen in Japan ist die Debatte um die Laufzeitverlängerung der AKWs wieder entbrannt. Ich wüßte gern, wie Ihr darüber denkt und würde gern meine Meinung dazu kundtun.


Erdbeben Stärlke 6, 8, 9 in DE mit nachfolgendem Zunami wirst du hier nicht erleben. Ist geologisch einfach zu unwahrscheinlich.

Bei dem bisschen gerüttel das von Zeit zur Zeit mal hier ist... da schlürft sich n Japaner gelassen seine Suppe weiter ohne was zu verschlabbern...

AKWs die den aktuellen Sicherheitsstandards nicht mehr gerecht werden gehören vom Netz genommen - genauso wie mit Autos die den TÜV nicht überstehen. Das hat eigendlich jedoch eine Selbstverständlichkeit zu sein.
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#10 Mitglied ist offline   nobody is perfect 

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geschrieben 15. März 2011 - 12:22

Sieben AKW werden vom Netz genommen



http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-...aid_608741.html


dann schauen wir mal ob es dabei bleibt
Demonia glaubt Sie wäre die Böse,lassen wir Sie mal in dem Glauben


ich bin jetzt der böööööösssseeee

#11 Mitglied ist offline   jigsaw 

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geschrieben 15. März 2011 - 12:31

Beitrag anzeigenZitat (nobody is perfect: 15.03.2011, 12:22)


Ich befürchte dass man das "vorübergehend" in diesem Artikel durch "bis zum 27. März" ersetzen muss.

#12 Mitglied ist offline   Computer 

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geschrieben 15. März 2011 - 12:58

Ich finde es wenig zielführend hier nur irgendwelche Links zu Presseartikeln zu posten. Es wäre viel interessanter die eigene Meinung der Mitglieder zu hören. Ich bin in der Frage hin und hergerissen.

Auf der einen Seite wollen wir, wenn wir ehrlich sind, niemand was von seinem Wohlstand abgeben. Ich im übrigen auch nicht ... Bei wem die Elektroenergieversorgung ein paar Stunden bis mehrere Tage schon mal ausgefallen ist kann spätestens dann beurteilen, wieviel von dem was uns im Alltag selbstverständlich geworden ist, auf einmal nicht funktioniert. Das kann mit der Klospülung anfangen und mit dem Surfen bei Winfuture enden ...

Im Ergebnis benötigen wir der relativen Energieeinsparung zum Trotz in bezug auf die absolut Menge immer mehr Elektroenergie. Und sind CO2 ausstoßende Kohlektraftwerke, Windräder auf dem Meer oder in der Nähe von Wohnbebauung (die den Leuten mit ihrem Klappern zwischen 50 und 80 dBA objektiv zum Wahnsinn treiben) oder Bauern die statt Gerste oder Kartoffeln großflächige Solaranlagen auf den Feldern anbauen (wo bei uns eh die Sonne statistsch wenig scheint) eine sinnvolle oder vernüftige Alternative zum Atomstrom. Nicht zu vergessen, dass diese alternativen Stromquellen defacto wenig effizient und in unsere Breiten vom Wirkungsgrad her teilweise ungeeignet sein müssen (Wind- und Solarenergie). Und das die ineffizienten erneuerbaren Energien bei uns Energie wesentlich verteuert haben, sieht ein jeder an den Abrechnungen seines Energieversorgers.

Auf der anderen Seite sind Atomkraftwerke unsicher. Und wie wir spätestens jetzt gelernt haben kann man sie nicht einfach einschalten und in einem Störfall sofort wieder abschalten. Sie führen auch nach dem Abschalten ein gefährliches Eigenleben weiter ... Und ich denke auch an die statistisch gehäuften Fälle von Krankheiten wie Krebs (z.B: Leukemie) in Orten in der Nähe von AKW. Sicher ein Erdbeben mit der vergleichbaren Stärke wie in Japan ist in Deutschland derzeit !!! nicht zu erwarten. Aber es gibt auch jede Menge anderer Ereignisse die Störfälle hervorrufen können. Hierzu gehört ein Flugezeugabsturz, Terrorangriffe oder ganz einfach nur ein technischer Defekt. Und technische Systeme haben Defekte und Störungen. Das ist objektiv so. Es lassen sich hierfür mit Modellen sogar mathematisch statistische Wahrscheinlichkeiten ermitteln ...

Ich bin wegen der nicht beherschbaren Gefahren aus der Technologie gegen die Kernergie und für die Schließung aller AKW. Aber wenn man kein Fundi sondern ein Realo sein will muss man sich mit sinnvollen Alternativen beschäftigen und diese aufzeigen. Und hier werde zumindest ich ganz ruhig, weil mir dazu nichts sinnvolles einfällt. Bauern die Solaranlagen statt Lebensmittel großflächig anbauen und Windräder halte ich für keine Alternative, weil einem nur geringen bzw. begrenzten Wirkungsgrad ein erheblicher Flächenverbrauch entgegensteht und mit solchen Anlagen ganze Landschaften verunstaltet werden.

Dieser Beitrag wurde von Computer bearbeitet: 15. März 2011 - 13:10


#13 Mitglied ist offline   DiebischerElb 

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geschrieben 15. März 2011 - 13:02

Zu erst einmal möchte ich meine aufrichtige Anteilnahme den in Japan lebenden Menschen und vor allem dem japanischen Volk bekunden. Ich hoffe für Japan und auch für die umliegenden Staaten, dass die Ereignisse, die sich im AKW Fukushima abspielen nicht in einer noch größeren Katastrophe enden.

Nun zum eigentlichen Thema:
In der Vergangenheit sprach die derzeitige Bundesregierung immer von sicheren Atomkraftwerken. Und gestern hörte ich den Satz von Frau Dr. Merkel ebenfalls. Und dennoch wird eine Überprüfung angeordnet. Da stell ich die Glaubwürdigkeit dieser Aussage(n) klar in Frage. Es macht den Anschein, als wenn die Bundesregierung der eigener Aussage nicht traut oder es ein Versuch der Beruhigung ist. Ich denke, gerade die alten Atomkraftwerke in Deutschland, die über 30 Jahre alt sind, müssen abgeschaltet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese immer noch den aktuellen Sicherheitsvorschriften/-bestimmungen genüge tun. Auch die Modernisierung der Systeme und Sicherheitseinrichtungen ist eine sehr heikle Angelegenheit. Die Um- bzw. Aufrüstung im laufenden Betrieb zu bewerkstelligen, erfordert gesonderte Aufmerksamkeit. Selbst bei einem abgeschalteten Atomkraftwerk sind diese Arbeiten gefährlich; die Wärmeentwicklung dauert weiterhin an und muss dementsprechend auch gekühlt werden. Und dass ein Mehrfachausfall von redundanten Systemen (den s.g. Sicherheitssystemen) ebenfalls möglich ist, sehen wir jetzt leider in Japan. Menschliches Versagen/Fehlverhalten gehört genau so zu den unkalkulierbaren Risiken, siehe Tschernobyl.

Ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie könnte für Deutschland von Vorteil sein. Es braucht doch für alles einen Vorreiter und andere Staaten könnten sich das zum Vorbild nehmen. Im Bereich erneuerbarer Energien könnte sich Deutschland mit dem Schritt beweisen.

Zum Thema passt auch der eigene Energieverbrauch und das Einsparen von Energie, in dem man bestimmte Gewohnheiten ändert oder gar ganz abstellt.

Dieser Beitrag wurde von DiebischerElb bearbeitet: 15. März 2011 - 15:24


#14 Mitglied ist offline   Holger_N 

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geschrieben 15. März 2011 - 15:29

Ha ha - Energiesparen, der Umwelt zuliebe. Wenn wir so richtig umweltbewußt sind, dann feuern die Kraftwerke aber erst richtig los, wenn nachts alle ihre Elektroautos aufladen.
Ich habe mir jetzt den Ferrari aus Protest doch nicht gekauft. Die waren sowas von arrogant zu mir, dass ich gesagt habe "NEIN". Schon alleine die Art und Weise, wie sie meinen Kredit abgelehnt haben…

#15 Mitglied ist offline   Stefan_der_held 

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  • Beiträge: 11.317
  • Beigetreten: 08. April 06
  • Reputation: 308

geschrieben 15. März 2011 - 15:50

Naja lustiger wirds:

Wie will der Kunde nachweisen, dass seine Energie aus XYZ Quellen gewonnen wurde (wie ja vertraglich zugesichert).

Da steht auch kein Türsteher an der Steckdose und sacht "Eh du kummst hier net rein. Du atom.!"
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